Naturnahe Waldwirtschaft: das Eppelborner Modell macht Schule

Das Eppelborner Modell macht Schule

Renate Wanninger   06.04.2021 | 16:30 Uhr

Seit mehr als 20 Jahren gibt es in Eppelborn eine Art Testwald des Saarforstes, der als Vorbild für die naturnahe Waldwirtschaft betrieben wird. Das Konzept soll nach und nach auf den gesamten Staatswald übertragen werden. Bei den Naturschutzverbänden stößt das Modellprojekt auf positive Resonanz.

Totholz im Wald (Foto: SR)

Auf einer kleinen, durch Baumfällung entstandenen Lichtung im Eppelborner Wald. Überall stehen kleine Baumsetzlinge. Von der Eberesche über Eiche und Buche bis zur Vogelkirsche. Im Grundes alle Bauarten, die bei uns so vorkommen. Die kleinen Bäumchen würden nun in diesem Licht-Schacht in Konkurrenz zueinander treten, sagt Saarforst-Förster Roland Wirtz. "Wer schafft es, sich durchzusetzen und zu einem Altbaum zu werden? Das ist der gleiche Kampf, wie er auch auch in Naturwäldern abläuft", so Wirz.

Der beste Förster ist die Natur

Von Abertausenden von Bäumchen mache unter Umständen dann nur einer das Rennen. Und das ist dann der Baum, der am stärksten ist, sich später dann hoffentlich auch besser gegen Umwelteinflüsse oder Klimaveränderung durchsetzen kann. Die Waldbeforstung könne die Natur einfach besser als wir Menschen, sagt Wirtz.

Ausweitung auf den gesamten Saarforst geplant

Seit über 20 Jahren betreibt der Saarforst bei Eppelborn dieses "Testlabor im Freien". Nach und nach soll nach diesem Prinzip der komplette Staatswald im Saarland bewirtschaftet werden, "so dass sich Urwald und Naturwald relativ stark annähern", so der Saarforst-Förster.

Ein Baumstumpf mit Pilz (Foto: Pixabay.com)

Positive Resonanz bei den Naturschutzverbänden

Der Testwald in Eppelborn hat sich inzwischen schon bundesweit einen Namen gemacht. Mittlerweile werden auch Schulungen für den Naturschutzbund (NABU) und den BUND Naturschutz durchgeführt. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland. Und die Naturschützer sind von dem Ansatz sehr begeistert. So auch Christoph Hassel vom BUND im Saarland. "Es ist ein Schaufenster, wie wir uns die Waldbewirtschaftung im Saarland vorstellen." Das Konzept zeige sehr deutlich, wie man Naturschutz in die Bewirtschaftung integrieren könne. In eine exentsive Waldwirtschaft, bei der auch Totholz im Wald verbleibe, was für das ökologische Gleichgewicht und vor allem auch für das Waldklima von großer Bedeutung sei.

Der Testwald in Eppelborn ist also ein Zukunftsmodell und es trägt schon erste Früchte. Mittlerweile wurden die Erkenntnisse, die im Eppelborner Testwald gesammelt wurden, auf ein Waldstück in Quierschied übertragen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 06.04.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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