Fetter Donnerstag, Weiberfastnacht - Was steckt hinter den Namen?

Fetter Donnerstag und Weiberfastnacht

Christian Ignatzi   28.02.2019 | 09:45 Uhr

Fetter Donnerstag, Schmutziger Donnerstag, Altweiberfastnacht oder einfach Weiberfastnacht - wie immer man den Tag nennt, er ist auf jeden Fall der Auftakt zur heißen Phase der närrischen Tage. Aber woher kommen die Namen? SR-Reporter Christian Ignatzi ist der Sache mal auf den Grund gegangen.

Fetter Donnerstag

Der fette Donnerstag erinnert noch heute an die frühen Fastnachtsbräuche. An diesem Donnerstag schlachtete und backte man früher das letzte Mal vor Aschermittwoch, also vor dem Beginn der Fastenzeit. Am Freitag, dem Tag, an dem Jesus starb, fasten die Katholiken ohnehin. Der Samstag kam als Vorabend des heiligen Sonntags bereits nicht mehr zum Schlemmen in Frage und der Montag und Dienstag waren schon zu nah am Beginn der Fastenzeit

Der Donnerstag war also Schlacht- und Backtag und man gönnte sich nochmal all die fetten Leckereien, dazu Faasekischelscher, Krapfen oder Berliner, wie man sie andernorts nennt. Es war also ein wahrlich fetter Donnerstag und noch heute findet in manchen Orten traditionell am Donnerstag ein Schlachtfest statt.

Schmutziger Donnerstag

Das Wort „schmutzig“ beim schmutzigen Donnerstag hat nichts mit Schmutz im Sinne von Dreck zu tun, sondern leitet sich von dem alemannischen Wort „Schmotz“ ab, das soviel wie „Fett“ bedeutet, von dem man für das Gebäck natürlich auch einen Haufen braucht.

Weiberfaasend (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Weiberfastnacht

Weiberfastnacht bzw. Altweiberfastnacht wird vor allem im Rheinland gefeiert. An diesem Tag übernehmen die Frauen - für einen Tag- das Regiment. Diese Übernahme der Herrschaft war für die Frauen im Mittelalter ein Feiertag, denn es galt eigentlich als undenkbar, dass sich Männer einer Frau unterordnen. Aber an Fastnacht ist ja alles auf den Kopf gestellt.

Über dieses Thema wurde auch in den "Bunten Funkminuten" am 28.02.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.