Eine Frau putzt sich die Nase mit einem Taschentuch. (Foto: SR)

Covid-19 und seine Nachwirkungen

Erschöpfung, Verlust des Geruchs- & Geschmackssinns

Steffani Balle   01.08.2020 | 13:00 Uhr

Die ersten Covid19- Infektionen im Saarland liegen mittlerweile fast ein halbes Jahr zurück. Als „genesen“ aus der ärztlichen Obhut entlassen wurden mittlerweile 2620 Patienten (Stand 30.07.20). Dass „genesen“ aber nicht „gesund“ heißt, sondern in vielen Fällen noch Monate lang Nachwirkungen zu spüren sind, weiß man mittlerweile. SR-Reporterin Steffani Balle hat bei der Nachsorge- Sprechstunde an der Uniklinik Homburg nachgefragt.

Covid-19 und seine Nachwirkungen
Audio [SR 3, Steffani Balle, 01.08.2020, Länge: 03:06 Min.]
Covid-19 und seine Nachwirkungen

Eine der Patient*innen, die zur Nachsorge-Sprechstunde zur Uniklinik in Hombur kommen, ist Maren S. Die 19-Jährige habe auch jetzt nach ihrer aktuen Covid-19-Erkrankung noch Probleme mit ihrem Geruchssinn. Essen rieche bei der Zubereitung immer unangenehm und immer gleich - egal, was es gebe. Und manchmal steige ihr dieser stechende Geruch auch einfach so in die Nase - egal, wo sie gerade sei.

Erschöpfung, Verlust des Geruchs- & Geschmackssinns

Der Verlust des Geruchssins sei nur eins der häufigeren Phänomene, die Robert Bals, Leiter der Covid-19- Nachsorge-Sprechstunde an der Uniklinik Homburg geschildert bekomme.

Insgesamt trete aber ein breites Spektrum an Beschwerden auf, so der Mediziner. Neben dem Geruchssinn, sei auch der Geschmackssinn oft betroffen. Viele klagten auch über Erschöpfungszustände.

"Wieder mehr Infektionen in der Fläche"
Audio [SR 3, (c) SR, 01.08.2020, Länge: 03:14 Min.]
"Wieder mehr Infektionen in der Fläche"

Das sind wohlgemerkt die Nachwirkungen bei Patienten, die einen leichten Verlauf von Covid-19 hatten. Auch bei Maren war das der Fall: Nur die Nase sei zwei Tage bei ihr zu gewesen zu und der Geschmackssinn sei kurzzeitig weg gewesen.

Angesteckt hatte sie sich bei ihrem Freund, der außer Marens Familie auch seine eigene durchweg infiziert hat. Aber auch bei allen anderen Covid-19-Infizierten beider Familien verlief die Krankheit eher harmlos. So auch bei Marens Mutter: Bei ihr war es eine laufende Nase.

Langwierige Genesungsphase

Vier Wochen lang fielen die Corona-Tests dennoch immer wieder positiv aus. Eine nervenraubende Zeit, wenn man währenddessen isoliert ist und alle Familienmitglieder offiziell krank sind, sich aber selbst eigentlich relativ wohl fühlen. Verharmlosen will Marion die Pandemie aber deswegen nicht: Eine Bekannte von ihr hätten mit Corona im Koma gelegen. Man dürfe also nicht leichtfertig mit der Erkrankung umgehen, sagt sie.

Noch in Behandlung: Patienten mit schwerem Verlauf

Patienten, die einen so schweren Verlauf hatten, dass sie beatmet werden mussten, sind meist noch gar nicht wieder im Alltag zu finden. Die meisten von ihnen sind noch in Reha oder zu Hause und unter hausärztlicher Kontrolle.

Nachsorge-Sprechstunden an der Uniklinik

Aber auch Patienten, die einen leichteren Krankheitsverlauf hatten, wollen einen Ansprechpartner, der ihren Gesundheitszustand einschätzen kann. Dafür gibt’s seit vier Wochen die Nachsorge-Sprechstunde am Uniklinikum in Homburg.

Nachsorge-Sprechstunde

Uniklinik des Saarlandes in Homburg
Terminvereinbarung:
Telefon: 06841 1623633
E-Mail: corsaar@uks.eu
Dringend erforderlich: Überweisung durch Fach- oder Hausarzt

Eine medikamentöse Behandlung gegen die Spätfolgen gebe es dort zwar nicht, aber das Team um Professor Bals könne anders helfen: Zunächst gehe es darum, die Beschwerden der Patienten ernst zu nehmen. Gegebenenfalls müsse man auch Tests durchführen, um den Gesundheitszustand zu überwachen und um mehr über den Krankheitsverlauf zu lernen, so Bals.

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" vom 01.08.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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