Tannenbaum wird selbst geschlagen (Foto: SR)

Weihnachten und Nachhaltigkeit

Lena Schmidtke; Onlinefassung: Laszlo Mura   19.12.2020 | 10:00 Uhr

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Aber gerade an Weihnachten ist es schwierig, nachhaltig zu sein: mittlerweile ist Weihnachten ja eher ein Konsumfest. Alles soll beleuchtet und der Tannenbaum toll geschmückt sein und wir wollen hübsche Sachen verschenken. Alles vollkommen in Ordnung - aber mit ein paar Tipps auch viel nachhaltiger.

Fünf Tipps im Überblick:


Es werde Licht

Nachhaltige Weihnachten - so geht es!
[SR 3, Lena Schmidtke, 19.12.2020, Länge: 03:54 Min.]
Nachhaltige Weihnachten - so geht es!

Alleine an Weihnachten werden in Deutschland gut 600 Mio. Kilowattstunden Strom verbraucht – so viel wie eine Großstadt mit 200.000 Einwohnern in einem ganzen Jahr, sagt Max Dörr vom Netzwerk Entwicklungspolitik: "Deswegen sollte man energiesparende Lichterketten z.B. mit LEDs benutzen. Und wenn möglich über Steckdosenanschluss, nicht über Batterien – weil das zu mehr Müll führt, mehr Sondermüll."

Aber Achtung: alte Lichterketten sollten wir jetzt nicht einfach wegwerfen: "Funktioniert die wirklich nicht mehr? Oder muss ich bloß ein paar Lämpchen austauschen? Weil das alte zu reparieren ist immer nachhaltiger als was Neues zu kaufen."

Außerdem: Lichterkette nur in der Dunkelheit einschalten, wenn wir wirklich was davon haben.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum!

Für viele gehört er an Weihnachten einfach dazu: 25 Mio. Weihnachtsbäume gibt es jedes Jahr in den deutschen Haushalten, davon sind gut 75 % mit Giften belastet. Max Dörr rät dazu, beim Kauf auf Siegel wie Bioland und Demeter oder das FSC-Zertifikat zu achten – und auf die Herkunft: "Die Nordmanntanne, die wir uns klassischer Weise ins Wohnzimmer stellen, ist ja kein heimischer Baum. Deswegen darauf achten, dass man Bäume aus der Region kauft. Zum Beispiel eine Fichte.“

.. oder Kiefer. Noch nachhaltiger wird es, wenn wir einfach einen Weihnachtsbaum selbst bauen oder basteln: zum Beispiel mit Gegenständen, die sowieso zuhause rumstehen: Eierkartons, Bierflaschen, alte Holzbretter – im Internet gibt es viele Anleitungen und Inspiration. Plastikbäume hingegen sind eine schlechte Alternative, sagt Dörr: "Da gibt es Studien, die sagen, man muss mindestens sechs Jahre den Baum aufstellen, damit er für den CO2-Ausstoß nachhaltiger ist als ein normaler Baum. Aber das Problem ist die Entsorgung. Plastikrecycling ist ja immer so ne Frage… nachher wird er verbrannt und dann ist es doch nicht nachhaltiger und hat nen größeren ökologischen Fußabdruck als ein normaler Baum."

Nieder mit der Plastikdeko!

Statt Lametta und Glitzer-Christbaumkugeln können wir unsere Baumdeko ganz einfach selbst machen: zum Beispiel Strohsterne basteln oder aus Salzteig Sternchen stechen, sagt Max Dörr: "Ganz klassisch sind ja getrocknete Orangenscheiben oder einfach Tannenzapfen aus dem Wald. Da können auch die Kinder kreativ werden. Ich weiß noch, früher mein Großonkel hatte immer Süßigkeiten am Baum hängen, fanden wir natürlich super. Aber ist wohl Geschmackssache."

Auf’s Äußere kommt’s an!

Einpacken, auspacken, ab in den Müll – Geschenkpapier sieht hübsch aus, hat aber eine verdammt kurze Lebensdauer und braucht in der Herstellung viel Wasser. Deshalb lieber auf Alternativen umsteigen, meint Max Dörr vom Netzwerk Entwicklungspolitik: "Mein Papa legt uns jedes Jahr Geschenke in Zeitungspapier unter den Baum. Hat zwar mit seiner Faulheit zu tun, aber ist trotzdem eine gute Lösung, um Papier zu sparen."

Auch alte Bücherseiten, Notenblätter, Straßenkarten, Geschirrtücher oder selbstgenähte Geschenksäckchen eigenen sich hervorragend zum Verpacken.

Zeit statt Zeug!

Die meisten Menschen haben sowieso schon alles, was sie brauchen. Zeit hingegen ist oft Mangelware, deshalb zu Weihnachten einfach mal Zeit statt Zeug – und damit Aufmerksamkeit – schenken: einen Gutschein für einen Kochabend, eine Wandertour oder einen Spielenachmittag etwa.

"Mein Bruder hat mir dieses Jahr beigebracht, wie ich mein Fahrrad repariere. Das ist super nützlich! Und sowas ist dieses Jahr besonders wichtig, weil wir nicht so viel Zeit miteinander verbringen konnten wie sonst", erzählt Max Dörr.

Wer aber doch lieber was Haptisches verschenken möchte, kann Geschenke einfach selbst machen: Marmelade einkochen, ein Fotobuch vom letzten Urlaub basteln oder eine Mütze nähen.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 19.12.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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