Dorfbesichtigung Hoof (Foto: SR)

Kaum ein Leerstand im Ortskern von Hoof

  07.08.2020 | 07:09 Uhr

Susanne Wachs und Thomas Gerber waren vergangenes Jahr mit dem Treffpunkt Ü-Wagen in Hoof bei St. Wendel. Haben dort besonders viel Bürgerengagement angetroffen. Ein Förderverein hatte ein eigenes Dorfcafé gegründet und betreibt einen eigenen Dorfladen. Was ist daraus geworden?

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Treffpunkt Ü-Wagen - nachgefragt: Kaum ein Leerstand im Ortskern von Hoof
Audio [SR 3, Susanne Wachs / Thomas Gerber, 07.08.2020, Länge: 04:06 Min.]
Treffpunkt Ü-Wagen - nachgefragt: Kaum ein Leerstand im Ortskern von Hoof

Heemer - so nenne sich die Bewohnerinnen und Bewohner von Hoof selbst. Das 1000-Einwohnerdorf hat besonders engagierte Bürger. Sie haben sich zu einem Förderverein Dorfentwicklung zusammengeschlossen. Dieser betreibt einen Dorfladen nebst Café.

Kirmes in Corona-Zeiten digital

Aber auch die nahezu heile Welt in Hoof war in den letzten Wochen und Monaten wegen Corona aus den Fugen geraten. Die Hoofer wußten sich im Lockdown aber zu helfen: Normalerweise ist am letzten Aprilwochenende in Hoof der Teufel los. Seit mehr als 175 Jahren feiern die Heemer ihre Kerb. "Wir lassen uns von Corona das Feiern nicht verbieten", sagten sie und machten aus der analogen eine digitale Kerb.

Die "Net-Kerb", die Kirmes im Netz ging so: Über Whats App wurde sich ab dem Kirmesdonnerstag vernetzt. Bier in den Kühlschrank stellen, das war der erste Akt der Kerbebuwe und Määde. Auch für die Fahrgeschäfte gab’s heimischen Ersatz, da wurde mal spontan ein Betonmischer zum Karussell. Häuser wurden mit Kirmessträußen geschmückt, Wurfbuden im Garten aufgestellt, in manch einem Eigenheim roch es nach Popcorn und der Kirmestanz fand nicht im Zelt sondern in den Vorgärten statt. Die Kapazität der Kerwe-Whats-App-Gruppe war schnell erreicht. 256 Heemer machten bei der Internet-Kirmes mit, selbst aus den USA kinkte sich eine Exil-Hooferin ein.

Gegen Photovoltaik-Projekt

Beim Besuch von Susanne Wachs und Thomas Gerber gab es natürlich auch eine Ortsbesichtigung. Mit Ortsvorsteher Gernot Müller sahen sie vom Neubaugebiet ins Tal und auf die gegenüberliegende Anhöhe. Dort, unterhalb des Bergrückens auf dem sich bereits einige Windräder drehen, sollte sie gebaut werden: eine riesige Photovoltaikanlage. Das Projekt war vergangenes Jahr im Dorf ein Ärgernis. Eine Bürgerinitiative wurde gegründet, Unterschriften wurden gesammelt, 80 Prozent der knapp 1000 Heemer, wie sich die Hoofer selbst nennen, waren dagegen.

Der Protest zeigte Wirkung. Vertreter der Stadtratsfraktionen hörten sich die Bedenken an. Auch die CDU aus der traditionell schwarzen Stadt sagte den roten Heemern zu, den Plänen der Firma Next2Sun die Zustimmung zu verweigern. Die entscheidende Stadtratssitzung ist für den Herbst geplant. Ein Erfolg des Hoofer Bürgerengagements zeichnet sich ab. Auch bei dem leidigen Thema Zustand der Hauptstraße hat sich seit dem vergangenen Jahr was getan. Die Schlaglöcher wurden gestopft, allerdings nicht ganz zur Zufriedenheit der Hoofer.

Neue Leitungen, neue Häuser

Mit einem gewissen Stolz führt Ortsvorsteher Müller die Gäste vom SR weiter durch sein Dorf, zeigt Ecken, wo sich die letzten zwölf Monate was getan hat. Ein ehemaliges Geschäftshaus wurde aufwändig zum Wohnhaus umgebaut, kaum ein Leerstand im Ortskern. Und im Neubaugebiet wurden nicht nur Leitungen neu verlegt, es wird auch neu gebaut. Auch ein verfallener Bauernhof hat wieder Besitzer gefunden.

Auch öffentliches Geld soll demnächst wieder nach Hoof fließen. In und um die Alte Schmiede, die seit 40 Jahren vor sich hindümpelt, soll ein Generationentreff entstehen. SPD-Umweltminister Jost hat seinem Genossen Ortvorsteher bereits zugesagt, das Projekt Schmiede mit einem 90-protzentigem Zuschuss zu unterstützen. In Hoof tut sich also was!

Ein Thema in "Guten Morgen" am 07.08.2020 auf SR 3 Saarlandwelle


Rückblick


Live und vor Ort am Freitag, 17. Mai
Der Treffpunkt Ü-Wagen in Hoof
Der "Treffpunkt Ü-Wagen"-Tag in Hoof. Am Freitag, 17. Mai, waren unsere SR 3-Ü-Wagen-Reporter Susanne Wachs und Thomas Gerber beim Verein zur Förderung der Dorfentwicklung. Denn der hat schon so einiges auf die Beine gestellt. Ein Engagement, das wir natürlich auch wieder mit einem kleinen Fest ehren wollten.

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