Krötenwanderung im Saarland  (Foto: SR)

Kröten, Frösche und Co. bald wieder unterwegs

Renate Wanninger   08.02.2019 | 12:55 Uhr

Sobald die Nachttemperaturen fünf Grad plus übersteigen, kommt bei Kröten, Fröschen und Co. Hochzeitsstimmung auf. Bis zu 15 Kilometer legen die Tiere auf dem Weg zu den Laichplätzen zurück. Ein gefährlicher Weg, auf dem viele dem Straßenverkehr zum Opfer fallen. Seit Jahren helfen Ehrenamtliche den Amphibien auf ihrer Wanderung. Das ist aufwändig und muss koordiniert werden. Der NABU veranstaltet deshalb zurzeit Vorbereitungstreffen für die Einsätze.

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NABU sucht Amphibienhelfer
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 08.02.2019, Länge: 03:00 Min.]
NABU sucht Amphibienhelfer

Die Zahl der Amphibien geht immer weiter zurück. Experten sprechen davon, dass das Artensterben derzeit schlimmer sei als zu Zeiten der Dinosaurier. Umso wichtiger ist es, die Tiere, die es noch gibt, zu schützen. Eine Maßnahme ist das Aufstellen von Fangzäunen an den Straßen, die die Amphibien auf ihrem Weg zu den Laichgewässern überqueren müssen und sie von dort dann zu einer sicheren Stelle auf ihrem Weg zu bringen. Dazu braucht es natürlich viele helfende Hände. Der NABU bereitet sich derzeit auf die bevorstehende Wanderung der Tiere vor. In Vorbereitungstreffen mit den engagierten Ehrenamtlichen wird dabei Grundlegendes besprochen - zum Beispiel wie man einen Frosch von einer Kröte unterscheiden kann und wie das mit den Giftdrüsen ist.

Krötenwanderung (Foto: NABU)

Saarbrücken: Besonders viele Helfer gebraucht

In Saarbrücken werden besonders viele Helfer gebraucht. Die Schätzungen gehen von über 20.000 Tieren aus, die sich auf Wanderschaft begeben - und das in einem Umfeld, in dem es ein eng verwobenes Straßennetz mit viel Verkehr gibt. Der NABU hofft, dass auch in diesem Jahr mindestens 100 Helfer zusammenkommen, die bereit sind, über mehrere Tage hinweg die Tiere entlang der aufgestellten Zäune morgens und abends aus den eingebuddelten Eimern einzusammeln.

NABU Saarland
Antoniusstraße 18
66822 Lebach
Fon: 0 68 81 / 9 36 19 - 0
E-Mail: lgs@NABU-Saar.de

Mindestens ein bis zwei Stunden Zeit müssen die Helfer einplanen - Schichtdienst inklusive. Wenn Sie Interesse haben, in diesem Jahr als Amphibienhelfer aktiv zu sein - und nicht nur in Saarbrücken sind Helfer willkommen: Einfach an den NABU Saarland bzw. den NABU-Ortsverband wenden.

Hinweis für Autofahrer

Wer wandernde Frösche und Kröten auf der Straße entdeckt, sollte nicht einfach anhalten. Das Risiko eines Unfalls ist viel zu groß, weshalb auch die Amphibien-Schützer bei ihren Einsätzen an der Straße immer Warnwesten tragen. Was man aber tun kann ist: Langsam an den Tieren vorbeifahren - am besten mit maximal 20 Stundenkilometern. Und das nicht nur, um so die Gefahr zu reduzieren, ein Tier zu überfahren: Ab 30 Stundenkilometern sind die Druckwellen, die vorbeifahrenderAutos erzeugen, nämlich schon tödlich für die Tiere.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 08.02.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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