Der winterliche Tabaksweiher in Saarbrücken (Foto: SR/Lena Schmidtke)

Amphibienhelfer gesucht

mit Informationen von Lena Schmidtke   17.01.2022 | 13:00 Uhr

Der NABU und die Stadt Saarbrücken suchen für Saarbrücken und Umgebung Amphibienhelfer, um die Tiere an den Amphibienzäunen einzusammeln und sicher über die Straße zu ihrem Gewässer zu bringen. Denn die rar gewordenen Tiere brauchen jede Hilfe.

Amphibienzäune sind grüne und feinmaschige Stoffzäune – sie sollen verhindern, dass Frösche, Kröten und Co. einfach auf die Straße hüpfen und überfahren werden. In Saarbrücken sind ehrenamtliche Helfer dafür zuständig, die Amphibien am Zaun einzusammeln und sicher auf die andere Straßenseite zu bringen.

Los geht es war erst im März, aber der NABU sucht jetzt schon engagierte Ehrenamtliche, damit beim Start der Laichzeit auch genügen Helfer zur Verfügung stehen.

Es gibt immer weniger Tiere

Amphibienhelfer gesucht
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 17.01.2022, Länge: 03:04 Min.]
Amphibienhelfer gesucht

Kröten, Frösche und Molche sind selten geworden. Und so schaffen es auch immer weniger Amphibien zu ihrem Laichplatz - zum Beispiel am Saarbrücker Tabaksweiher: "Wir haben seit Jahren einen ganz massiven Rückgang. Hier am Tabaksweiher waren es 2018 noch 3750 Tiere, die wir getragen haben. Und im letzten Jahr waren es noch 512.", sagt Ute Fugmann, Naturschutzbeauftragte der Stadt Saarbrücken und Amphibienschutzbeauftragte des NABU Saarbrücken.

Das sind über 3000 Tiere weniger - alleine hier. Vor allem das trockene Wetter der letzten Jahre habe den Amphibien zu schaffen gemacht, erklärt Ute Fugmann. Deshalb will sie so viele Tiere wie möglich retten und sie wenigstens davor bewahren, platt gefahren zu werden.

Wichtig für ökologisches Gleichgewicht

Denn die Tiere seien wichtig, um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten: "Sind wichtig für gesunde Ernte, vernichten eine Unmenge an Schädlingen, ohne die es viele Krankheiten im Ackerbau geben würde."

Hotspot Tabaksweiher

Am Tabaksweiher werden Helfer besonders dringend gebraucht: Denn der ist quasi der Hotspot für Amphibien und hat viel Natur drumrum, aber auch viel Verkehr. Deswegen kommen hier Amphibienzäune zum Einsatz.

Bei der Gemeinschaftsaktion der Stadt Saarbrücken und des NABU werden entlang der Zäune alle zehn Meter Eimer in den Boden eingelassen, in die die Amphibien dann hineinfallen. Und hier kommen die Amphibien-Helfer ins Spiel: Sie sammeln die Tiere aus den Eimern ein und setzen sie wieder nahe des Weihers ab.

Jeder kann mitmachen

"Amphibien-Helfer" könne im Prinzip jeder werden, so Fugmann. Von Anfang März bis Ende April muss die Strecke jeden Morgen vor der Dämmerung und jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit kontrolliert werden. Denn "ansonsten werden die Kröten und Frösche von Krähen und Prädatoren gefressen."

Wer mithelfen möchte,
kann sich hier melden:

Ute Fugmann
Tel.: +49 681 41324
Mobil: +49 174 9453713
E-Mail: utefugmann@gmx.de.

Aber nicht nur am Tabaksweiher werden Helfer gebraucht, sondern an fünf weiteren Orten in Saarbrücken - unter anderem am Meerwiesertalweg und am Sonnenberg. Am Tabaksweiher dauert eine Amphibien-Einsammelrunde gut eine Stunde.

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" am 17.01.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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