Kinder streifen mit ihrer Erzieherin durch den Wald. (Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa)

Nabu bietet Ferienfreizeit für Kinder an

Mit Informationen von Lena Schmidtke   18.06.2020 | 11:21 Uhr

Seit Jahren bietet der Naturschutzbund (Nabu) in den Ferien pädagogische Programme für Kinder an. Zu Ostern fand Corona-bedingt nichts statt, aber jetzt in den Sommerferien gibt es doch ein Programm.

Normalerweise betreut die Naturschutzjugend (Naju) in der Ferienfreizeit gut 40 Kinder pro Woche. In diesen Sommerferien sind es nur 20 Kinder, aufgeteilt in zwei Zehnergruppen, in einem Waldklassenzimmer und im Wildniscamp.

Wichtige Abwechslung für Kinder

Nabu bietet Ferienfreizeit für Kinder an
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 18.06.2020, Länge: 05:15 Min.]
Nabu bietet Ferienfreizeit für Kinder an

Beide Gruppen werden gut ausgestattet, erklärt Naju-Jugendreferentin Nina Lambert. „In unserem Beutel sind Bestimmungsschlüssel drin für Schmetterlinge und Co. Jedes Kind bekommt so einen Beutel mit Lupe, sodass es gar nicht passiert, dass sie ihre Materialien vermischen.“ Die Beutel werden beschriftet.

Lena Haupenthal ist als ehrenamtliche Helferin und Betreuerin schon seit Jahren bei den Naju-Ferienfreizeiten dabei. „Ich denke es ist dieses Jahr besonders wichtig, da die Schulen so lange zu sind, die Kinder den ganzen Tag nur daheim sind und die Sommerferien nicht so stattfinden wie geplant. Es ist ja schön, wenn die Kinder wenigstens hier raus können, ein bisschen spielen und ihren Spaß haben.“

Von Insektenhotels bis Laubhütten

Die Übernachtungen sind zwar abgesagt, ansonsten aber wird vieles wie sonst auch sein – inklusive Stockbrot am Feuer. Manche Kinder können ein Insektenhotel basteln, andere eine Laubhütte bauen. Sie sollen spielerisch etwas über Tiere, Pflanzen und Besonderheiten unserer Natur lernen.

Damit das klappt hat das Naju-Team ein genaues Konzept nach schulischem Plan aufgestellt. „Es wird nach dem Einbahnstraßensystem gehen“, sagt Haupenthal. „Wir müssen darauf achten, dass die Kinder ihre Hände waschen. Drinnen muss die Maske getragen werden, aber draußen nicht. Da können wir ja Abstand halten.“

Umfangreicher Hygieneplan

Normalerweise können Kinder im Wald und auf der Wiese frei herumlaufen und die Umgebung erkunden. Das wird dieses Jahr nicht so einfach gehen – eine Herausforderung, auch für die Betreuer. „Aber ich denke, die Kinder sind froh, wenn sie rauskommen“, ist sich Haupenthal sicher. „Das haben wir an den Schulen ja auch gesehen.“

Der Hygieneplan der Naju sei inzwischen als Muster an andere Bildungseinrichtungen verschickt worden, sagt Nabu-Jugendreferentin Nina Lambert. „Man muss auch eng mit den Eltern zusammenarbeiten, transparent sein. Die müssen wissen, was wir machen.“ Gesichert werden soll das auch über Teilnehmerlisten. „Wir wissen, wer ist wann mit wem unterwegs. Und wenn das steht, sehe ich für die Ferien keine Probleme.“

Wünsche an die Politik

Die Nachfrage nach den Ferienprogrammen ist groß, es gibt bereits eine Warteliste. „Es ist echt wichtig, dass andere Bildungseinrichtungen nachziehen“, so Lambert. Beschäftigung ist für Kinder nach den langen Schulschließungen und mit wenig Vereinsaktivität das A und O. Deswegen sei es auch wichtig, so Lambert, dass die Ferienprogramme bezahlbar bleiben. „Da wünschen wir uns von der Politik ein Zeichen, dass da was gemacht wird für Familien und Kinder.“

Über dieses Thema haben auch die Bunten Funkminuten auf SR3 vom 18.06.2020 berichtet.

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