Danke, Mama! (Foto: Pixabay/steinchen)

"Wirklich Zeit für Mama"

Simon Kosse   07.05.2022 | 12:03 Uhr

Man erkennt es an den Schaufenstern der Blumenläden, den leeren Pralinenregalen im Supermarkt und an den Kindern, die mit der Laubsäge fleißig Holzherzen basteln: Der Muttertag naht. SR- Reporter Simon Kosse sinniert für uns über den vermeintlich schönsten Tag für alle Mütter.

Am 8. Mai ist Muttertag. Ein Tag, an dem alle Tankstellenbesitzer noch die vertrocknetesten Unkraut-Sträuße für 35 Euro loswerden können. Ein Tag an dem die Grundschulkinder dieser Welt aus harter Pappe und Buntstiften auf die Schnelle noch kreative Service-Gutscheine zaubern. Gutschein für Frühstück ans Bett bringen, Gutschein für Flur putzen oder … Gutschein für "Mein eigenes Zimmer aufräumen".

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"Wirklich Zeit für Mama"
Glosse
"Wirklich Zeit für Mama"

Wenn der Duft von verbranntem Toast in der Luft liegt..

Der Muttertag beginnt natürlich mit Frühstück im Bett. Also eigentlich beginnt er damit, dass die Kids vorher 20 Mal „Wo waren nochmal das Tablet und die Eierbecher?" fragen.

Ja, da kann man richtig entspannt noch im Bett liegen bleiben, wenn eine feine Note von verbranntem Vollkorn-Toast in der Luft liegt – und die halbe Küche brennt.

Die Mutter des Muttertags

Aber warum feiern wir den Muttertag eigentlich? Wegen Anna Marie Jarvis. Sie feierte 1908 am Sonntag der zweiten Maiwoche einen Gedenkgottesdienst zum 3. Todestag ihrer Mutter, den sie allen Müttern widmete. Der Muttertag war geboren.

In den 20er Jahren wurde viel Geld mit dem Muttertag gemacht, das verärgerte sie sehr. Jetzt kämpfte Ann auf einmal gegen das, was sie selber gegründet hatte.

Ann Marie Jarvis starb 1948 in Armut. Kurz vor ihrem Tod erzählte sie einem Reporter, sie bedauere, den Tag ins Leben gerufen zu haben. Eine einfache Grußkarte zum Muttertag bedeute nichts, außer dass man zu faul sei, der Frau, die alles für einen getan habe, einen richtigen Brief zu schreiben.

Wie wär's mit wirklich Zeit für Mama

Vielleicht feiern wir den Tag mal so, wie er gedacht war. Mit einem Brief, einem Besuch, mit einem selbst gekochten Essen vielleicht  - bestenfalls ohne Küchenbrand – mit einfach: Wirklich Zeit für Mama.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" vom 07.05.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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