Studiogespräch: "Im Krankenhaus kommen ganz viele unterschiedliche Keime zusammen"

Infektionen mit multiresistenten Keimen

Die Situation im Saarland

tagesschau.de/Steffi Balle, SR   06.11.2018 | 12:45 Uhr

Während laut einer aktuellen EU-Studie die Zahl der Todesfälle duch multiresistente Keime in den letzten Jahren angestiegen ist, verzeichnet das Robert-Koch-Institut im Saarland eher einen Rückgang der Infektionen.

Es gibt immer mehr multiresistente Keime, die mitunter lebensbedrohliche Krankheiten auslösen können. Da diese Keime nicht auf Antibiotika reagieren, ist eine Behandlung oftmals kaum möglich. Und vielfach findet eine Ansteckung mit diesen Keimen genau dort statt, wo man eigentlich wegen einer Erkrankung Hilfe gesucht hat: im Krankenhaus.

Fallzahlen Europaweit

In der EU sterben jedes Jahr mehr als 33.000 Menschen an Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen. Die bisherigen Schätzungen beruhten auf Zahlen von 2007. Damals starben EU-weit etwa 25.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit antibiotikaresistenten Erregern. Für die aktuelle Auswertung wurden Daten aus dem Jahr 2015 analysiert. Danach hat sich die Zahl der Infektionen fast verdoppelt, und deutlich mehr Menschen sterben.

Fallzahlen Saarland

Im Saarland hat sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der Infektionen mit mehrfach resistenten Keimen deutlich reduziert. Im Zeitraum zwischen 2012 und 2017 gab es im Landkreis Saarlouis einen Rückgang von 14 auf zehn Fälle gab, im Saarpfalz-Kreis von zwölf auf zwei und im Regionalverband Saarbrücken von 24 auf 13.


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