Weitere Muttermilchbank im Saarland eröffnet

Nadine Irmer   10.08.2022 | 12:30 Uhr

Am Klinikum Saarbrücken gibt es sie schon und jetzt hat auch im Uniklinikum Homburg: eine Muttermilchbank. Das Uniklinikum ist auf die Behandlung von Frühchen spezialisiert, und dabei kann Muttermilch eine wichtige Unterstützung sein. Doch noch ist die Muttermilchbank im Aufbau begriffen.

Die Uniklinik in Homburg ist darauf spezialisiert, Frühchen zu behandeln. Für die ideale Ernährung der Babys ist Muttermilch unverzichtbar. Deshalb wird in Homburg eine weitere saarländische Muttermilchbank gegründet.

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Muttermilchbank im Saarland
Audio [SR 3, Nadine Irmer, 10.08.2022, Länge: 03:08 Min.]
Muttermilchbank im Saarland

Wichtig für die Entwicklung

Muttermilch ist besonders gut für die Ernährung von Säuglingen. Dr. Ulrike Lindner ist Funktionsoberärztin und eine der Projektleiterinnen. Besonders Früchchen profitierten von den Nährstoffen der Muttermilch, sagt sie. Sie stärke das Immunsystem und könne Darmerkrankungen verhindern.

Große Herausforderungen

Die Muttermilichbank zu gründen, war keine einfache Sache. Das Team stand vor einigen Herausforderungen. So wird Muttermilch im Saarland rechtlich als Lebensmittel eingestuft und durch die Lebensmittelüberwachung kontrolliert. Das bedeutet unter anderem, dass die Milch in bestimmten Tiefkühlschränken gelagert werden muss. Zudem wird die gespendete Milch pasteurisiert. Das geht mit hohen Kosten einher. Aber immerhin gab es 2019 vom Land ein Startkapital von 50.000 Euro.

Sicherheit für die Babys

Bevor Frauen als Spenderinnen von Muttermilch aufgenommen würden, gebe es ein ausführliches ärztliches Gespräch und einen umfangreichen Anamnesebogen so Lindner. Anschließend erfolge eine ärztliche Untersuchung - ähnlich wie bei der Blutspende. Es gehe darum, um mögliche Gefährdungen für die Babys zu vermeiden.

Gutes tun

Als Mutter von Frühchen hat sich unter anderem Üzlem dazu entschieden, Muttermilch zu spenden. "Das ist wie ne Familie", sagt sie und erklärt, wie gut man sich um sie gekümmert habe. Die Ärzte seien immer für einen da. Und die Muttermilch zu spenden sei besser, als sie einfach zu entsorgen.

Viele Frühchen, wenig Spenderinnen

Bisher steht die Muttermilchbank noch ganz am Anfang. Jede der vier Spenderinnen versorgt unentgeltlich und anonym ein Baby. Pro Jahr werden aber in der Uniklinik ungefähr 70 Babys mit einem Gewicht von weniger als 1500 Gramm geboren. Die Klinik hat deshalb das Ziel, in Zukunft so viele von ihnen wie möglich mit Muttermilch zu versorgen.

Ein Thema aus der "Region am Mittag" am 10.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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