Die Sea Watch 3 (Foto: dpa)

"Uns gibt es nur, weil Fluchtursachen nicht bekämpft werden"

mit Informationen von Thomas Shihabi und Karin Mayer   08.07.2019 | 12:45 Uhr

Eigentlich ist es absurd: Seit Jahren streitet die EU über eine gemeinsame Flüchtlingspolitik. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Stattdessen blockiert Italien die Häfen für Flüchtlingsboote und streitet mit Rettungsorganisationen. Erst Sea-Watch 3, jetzt Alan Kurdi – die Boote müssen immer länger auf einen sicheren Hafen warten. Jonas Müller aus Winterbach hat diese Suche nach dem sicheren Hafen miterlebt. Der Rettungssanitäter kommt aus Winterbach im Saarland und war mit an Bord der Sea-Watch 3.

Der Saarländer Jonas Müller hat in den vergangenen Wochen die Ereignisse auf dem Seenotrettungsschiff Sea-Watch 3 als Angehöriger der Crew selbst miterlebt. Im SR-Interview bezieht der Winterbacher unter anderem Stellung zum Fall Carola Rackete und zum Vorwurf, die Sea-Watch-Aktivisten arbeiteten mit Schlepperbanden zusammen. Dies sei "mehrfach widerlegt". Die Sea Watch-Vertreter seien nun einmal nicht der Aufassung, dass die Häfen in nordafrikanischen Staaten wie Tunesien oder Marokko für die Afrikaner "sicher" seien, so Müller. Bei Sea-Watch sei man von der Politik auf ganzer EU-Ebene enttäuscht.

Kritik an "unserem Lebensstil"

Die Idee einer "Koalition von aufnahmewilligen Staaten" innerhalb der EU hält Müller für "einen Schritt in die richtige Richtung". Dennoch müsse man sich bewusst machen, dass "jeder" in der Verantwortung stehe. Müller sieht einen Zusammenhang zwischen "unserem Lebensstil" und den Fluchtursachen.

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"Es macht traurig, dass EU uns nicht mit offenen Armen empfängt"
[SR 3, (c) Karin Mayer, 08.07.2019, Länge: 03:18 Min.]
"Es macht traurig, dass EU uns nicht mit offenen Armen empfängt"

Ein Thema in der "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 08.07.19.

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