Ein tödlicher Motorradunfall ereignete sich auf der Straße zwischen Berus und Bisten. (Foto: Ruppenthal)

Risiko Motorradfahren

Im Interview mit Stefan Miller, Stephan Deppen und Unfallforscher Siegfried Brockmann

Onlinefassung: Laszlo Mura   31.07.2019 | 07:30 Uhr

Wie gefährlich ist Motorradfahren? Die neuesten Zahlen der Unfallforschung sagen: die Gefahr, einen Unfall nicht zu überleben, ist bei Motorradfahrern 21 mal höher als bei Autofahrern und die Unfallzahlen steigen. SR 3-Wellenchef Stefan Miller und SR 3-Verkehrsexperte Stephan Deppen sind selbst Motorradfahrer. Sie achten auf bestimmte Dinge, um das Risiko so gering wie möglich zu halten.

Vorausschauend Fahren

Todesrisiko Motorradfahren?
[SR 3, (c) SR 3, 31.07.2019, Länge: 02:35 Min.]
Todesrisiko Motorradfahren?

Elememtar wichtig sei ein vorausschauender Fahrstil, meint Stefan Miller. Dabei seien Risiken wie Sand, Granulat, nasses Laub oder Eis in der Kurve eher zu kalkulieren als das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. "Als vor mir ein Auto plötzlich ohne zu blinken einen 90 Grad-Abbieger gemacht hat und ich durch die Fahrweise nicht schon geahnt hätte, die wird jetzt gleich langsamer, die findet sich hier offenbar nicht zurecht, dann wäre ich da voll reingerauscht." Mit solchen Manövern und Unachtsamkeiten sei immer zu rechnen.

Mehr Sicherheit

Neben Stephan Deppen unterschreibt das auch der Unfallforscher Siegfried Brockmann. Prävention durch entsprechende Fahrtrainings wäre hier ein guter Anfang. Er sieht aber auch Verbesserungspotential in der Infrastruktur: "Wir brauchen bessere Kurvenverläufe und Schutzplanken, die den Motorradfahrer schützen."

Weiter zum Thema:

Im vergangenen Jahr gab es 619 Tote und 30.000 Verletzte, mehr als 10.000 davon schwer. In zwei von drei Fällen sind die Motorradfahrer selbst Schuld am Unfall. Entgegen der häufigen Meinung, mit adäquater Schutzkleidung könne wenig passieren, stünde der Fakt, dass jeder Unfall mit einer Geschwindigkeit von über 50 km/h lebensgefährlich sei, erklärt Unfallforscher Siegfried Brockmann.

Hinzu komme noch, dass Motorradfahrer oft sehr leichtsinnig unterwegs seien, "das heißt die Gefahren ihres Fahrzeugs unterschätzen, zum Beispiel auf der Landstraße unterwegs sind mit zu hohen Kurvengeschwindigkeiten, in der Gruppe zu eng beieinander fahren".

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" am 31.07.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

Artikel mit anderen teilen