Bushaltestelle auf dem Land (Foto: dpa)

Neue Mobilitätskonzepte für den ländlichen Raum?

Stephan Deppen / Onlinefassung: Jil Kalmes   11.03.2022 | 16:20 Uhr

Wer auf dem Land von A nach B will braucht ein Auto – am besten ein eigenes. Bus und Bahn fahren zu wenig oder nicht dahin, wo man hin will. Auf einer Veranstaltung der Asko-Europa- und Unions-Stiftung am 10. März ging es um Mobilitätspläne für den ländlichen Raum.

Smart Mobility wird immer öfter als Schlagwort für moderne Mobilitätskonzepte verwendet. Um was es sich dabei genau handelt, erklärt Professor Horst Wieker von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken:

Smarte Mobilität steht für eine Zukunft der reibunslos vernetzten Mobilität. Das heißt, für ein effektives Verkehrssystem welches auf Nachhaltigkeit, Attraktivität, Erschwinglichkeit optimiert ist und mit der Einführung automatisierter, elektrifizierter Fahrzeugsysteme einhergeht.

Nutzerskepsis vor allem bei jüngeren Menschen

Mobilitätswende auf dem Land?
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 11.03.2022, Länge: 03:10 Min.]
Mobilitätswende auf dem Land?

Wenn es um neue Technologien geht, gibt es anfangs meist Vorbehalte. Diese Nutzerskepsis ist entgegen allen Vorurteilen nicht nur bei älteren Menschen, sondern in allen Bevölkerungsschichten vertreten. Wenn die neuen Konzepte funktionieren, seien gerade Senioren und Senorinnen oft sogar offener dafür, sagt Wieker.

Auf dem Land muss es anders sein

Smart Mobility gibt es meistens in Städten und an zentralen Punkten – von E-Tretrollern bis zum Autoverleih ist vieles vertreten. Auf dem Land muss das anders funktionieren.

Die Angebote müssten auf ein kleines Wohnquartier abgestimmt sein und die Mobilitätspunkte dürften maximal 300 Meter von der eigenen Haustür entfernt sein, besser noch weniger, sagt Franziska Weiser von Carré Mobility.

Carré Mobility verbindet ein fahrzeugübergreifendes und stationsbasiertes Sharing, kombiniert mit einer Fahrgemeinschaftsfunktion und einem Mitbringdienst. All diese Funktionen sind zentral in einer einzigen App abrufbar.

Der ÖPNV-Ausbau alleine reicht nicht

"Der ÖPNV allein wird die Mobilität des eigenen Autos nicht ersetzen können", sagt Christian Ramelli aus dem saarländischen Verkehrsministerium. Es sei notwendig und auch geplant, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Klar sei aber auch, dass er den motorisierten Individualverkehr nicht vollständig ersetzen könne. Deshalb schaffe die Landesregierung die rechtlichen Grundlagen, um in Zukunft neue digitale Konzepte schnell einsetzen zu können.

Mehr Sicherheit durch autonomes Fahren

Besonders autonomes Fahren biete auf dem Land mehr Sicherheit, so Professor Wieker. Die tödlichsten Straßen seien die Landstraßen, vor allem wegen des Berufsverkehrs. Die Menschen, die jeden Tag die gleiche Strecke fahren, glauben sie zu kennen – so passieren schnell Fehler. Hier könnte die neue Technik Abhilfe schaffen.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" am 11.03.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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