Unermüdlich im Einsatz für die Menschen im Ahrtal

René Henkgen   11.04.2022 | 10:00 Uhr

Rund neun Monate ist die Flutkatastrophe im Ahrtal jetzt her. Hilfe und Spenden werden vor Ort immer noch gebraucht. SR-Reporter René Henkgen hat eine Gruppe von Helfern begleitet, die sich seit dem letztem Spätsommer jeden Monat mindestens einmal auf den Weg ins Ahrtal machen, um dort Spenden abzugeben.

Mit jeweils zwei vollgeladenen Autos und Transportern geht es für acht Freiwillige unter dem Motto "Mosel und Saar helfen an der Ahr" auf ins Ahrtal. Egal ob Wasser, Kartoffeln, Klopapier, Fahrräder oder ein Waschbecken - das alles ist mit an Bord, denn es wird im Ahrtal gebraucht.

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Unermüdlich im Einsatz für die Menschen im Ahrtal
Audio [SR 3, René Henkgen, 11.04.2022, Länge: 04:20 Min.]
Unermüdlich im Einsatz für die Menschen im Ahrtal

Jutta aus Wincheringen ist eine der Helferinnen. Sie sagt, sie fahren ins Ahrtal, „um die Menschen zu unterstützen, die alles verloren haben. Ohne die freiwilligen Helfer, hätten die Menschen noch mehr Leid erfahren.“

Und genau das sagen auch viele Betroffene vor Ort und können es eigentlich gar nicht glauben, dass nach wie vor immer wieder Menschen kommen und einfach nur helfen wollen.

Einfach aufhören, das geht nicht

Einer von ihnen ist Pompi - wie er liebevoll im ganzen Ahrtal genannt wird. Seit gut acht Monaten ist er freiwillig und ehrenamtlich im Ahrtal unterwegs, um anzupacken und zu helfen. Er fährt mit Auto und Anhänger durch die Straßen, bringt den betroffenen Menschen Baumaterial oder fährt Baumüll auf die Deponien. Einfach aufhören, das gehe nicht, sagt Pompi. "Dafür hänge ich zu viel drinnen.“

Und wie ihm geht es auch vielen anderen Helfern. Andreas aus dem Rheingau beispielsweise ist zusammen mit anderen Helfern inzwischen über 80 Mal mit voll beladenen Anhängern zum Baustoffzelt gefahren - um Zement, Türen, Heizkörper, Waschbecken und was sonst noch gebraucht wird, zu liefern. Die Betroffenen können sich im Baustoffzelt die Dinge, die sie brauchen, dann kostenlos abholen. Und natürlich arbeiten auch alle Mitarbeiter im Baustoffzelt ehrenamtlich.

"Café-Rosi"im Einsatz (Foto: SR / René Henkgen)

In Ahrbrück ist Rosi im Einsatz. In einem Versorgungszelt kocht und backt sie für die Menschen vor Ort und die Helfer. "Die Leute, die hier essen kommen, können sich einfach bedienen." Es gibt Suppe, Mittagessen, Kaffee und Kuchen. "Das das wird hier alles gestiftet", so Rosi.

Auch Jacky ist ehrenamtlich unterwegs. Sie sammelt gespendete Lebensmittel und fährt diese dann vor allem zu Rentnern, die alles verloren haben und jetzt in Tiny-Häusern wohnen müssen.

Hilfe wird nach wie vor gebraucht

Über den Winter und nun durch den Ukraine-Krieg sei die Spendenbereitschaft allerdings zurück gegangen, sagt Jacky. Dabei würden Spenden - seien es Baumaterialien oder Lebensmittel - nach wie vor gebraucht - ebenso wie die ehrenamtlichen Helfer.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 11.04.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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