Misteln an einem Baum (Foto: SR/Renate Wanninger)

Mistelbekämpfung an Obstbäumen

mit Informationen von Renate Wanninger   15.12.2020 | 16:34 Uhr

Der Kuss unter dem Mistelzweig an Weihnachten - ein schöner Brauch. Doch Misteln verheißen nicht nur Glück. Misteln wachsen auf Bäumen und Sträuchern und sie sind Schmarotzer, die ihren Wirtsbäumen schaden. Besonders Obstbäumen machen sie zu schaffen. Der Verband der Gartenbauvereine und das Umweltministerium gehen nun gegen die Ausbreitung der Mistel im Saarland vor.

Mistelbekämpfung an Obstbäumen
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 15.12.2020, Länge: 03:10 Min.]
Mistelbekämpfung an Obstbäumen

Die Mistel ist ein Halbparasit, lebt also hauptsächlich auf Kosten der Bäume. Sie entziehe dem befallenen Baum sowohl Licht, als auch wichtige Nährstoffe und sorge letztlich für das Absterben der Bäume, sagt Landschaftsgärtner Lukas Jacobs. Bei einem starken Mistelbefall sei es nicht einfach, die Bäume zu erhalten, aber auch in weniger stark befallenen Ästen wurzelt die Mistel 30 bis 50 cm weit in den Ast hinein.

Mistel verbreitet sich seit Jahren

Seit Jahren macht der Verband der Gartenbauvereine darauf aufmerksam, dass die Obstbäume - besonders auch auch auf den Streuobstwiesen - gepflegt werden müssen. Denn nicht nur, dass die befallenen Bäume weniger Ertrag bringen. Die Mistel verbreitet sich immer weiter, je mehr Bäume befallen sind.

Auch der saarländische Umweltminister Reinhold Jost sieht den Kulturbestand Streuobstwiese durch die Ausbreitung der Mistel in Gefahr. Obstbaumbesitzer sollten also tätig werden und für einen regelmäßigen Schnitt sorgen.

Geld vom Umweltministerium

60.000 Euro hat das Land nun für die Initiative des Verbandes der Gartenbauvereine zur Verfügung gestellt, mit der die Mistelplage bekämpft werden soll. Die Hoffnung sei, dass man dabei besonders auch ältere Baumbestände retten könne, sagt Umweltminister Reinhold Jost. Im Gegenzug müssten sich die Obstbaumbesitzer aber verpflichten, die Bäume auch in Zukunft weiter zu pflegen und die Mistelschnitte regelmäßig zu wiederholen. Denn unterbleibe eine regelmäßige Pflege, laufe die gegenwärtige Initiative ins Leere.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" vom 15.12.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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