Streuobstwiese mit Apfelbäumen (Foto: dpa)

Streuobstbäume von Misteln bedroht

Katja Preißner   04.10.2019 | 07:06 Uhr

Die Streuobstwiesen sind typisch fürs Saarland, und sie sind gefährdet. Eine gelbgrüne Plage setzt ihnen zu: die Misteln. Sie würgen ihre Wirte langsam ab.

SR 3-Gärtner Harry Lavall macht die dramatische Lage klar: "Es ist nicht fünf vor, sondern schon zwei nach Zwölf". Wenn nichts geschehe, bleibe am Ende nur noch das Steinobst übrig. Apfel- oder Birnen-Streuobstbäume seien bereits jetzt so gut wie nicht mehr zu retten.

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Fehlende Pflege: Zu viele Misteln auf Streuobstbäumen
Audio [SR 3, Katja Preissner, 04.10.2019, Länge: 04:04 Min.]
Fehlende Pflege: Zu viele Misteln auf Streuobstbäumen

Das liegt daran, dass die Misteln nicht wie andere Parasiten ihren Wirt leben lassen. Die Misteln würgen ihn langsam ab. Da sie sich auch innerhalb der Äste ausbreiten, hilft nur das Abschneiden. Der Obstbaum muss dann neu austreiben.

"Es ist zwei nach zwölf"

Das Problem ist aber genau das: die fehlende Pflege bei den Streuobstwiesen. Viele Erben hätten keine Zeit für Opas Streuobst-Bäume. Walter Rundstadler von Bliesgau Obst e. v. schlägt einen gesetzlichen Mistelerlass vor: Eigentum verpflichtet. Mit Freiwilligkeit allein ginge es nicht.

Umweltminister Jost plant erstmal ein EU-gefördertes Streuobst-Pflege-Projekt in Hemmersdorf und Rehlingen-Siersburg. Jost ist skeptisch, was Verbote betrifft. Die seien nur schwer umzusetzen.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 04.10.2019 berichtet.

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