Papst Franziskus (Foto: dpa)

"Auch nach neun Jahren ist man immer nur am Anfang"

Interview: Katja Preissner / Bernd Held   21.02.2019 | 07:42 Uhr

Papst Franziskus hat die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen in den Vatikan geladen, um über sexuelle Gewalt und andere Formen des Macht-Missbrauchs in der Katholischen Kirche zu sprechen. Einer derer, die genau hinschauen, ist Bernd Held aus Schiffweiler.

Er war in den 70er Jahren Opfer sexueller Gewalt durch katholische Geistliche, und zwar am Johanneum in Homburg, das damals vom Herz-Jesu-Missionaren geleitet wurde. Moderatorin Katja Preissner hat mit ihm über seine Erwartungen gesprochen.

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"Was der Missbrauchsbeauftragte Bischof Ackermann in neun Jahren abgeliefert hat, ist kein Ruhmesblatt"
Audio [SR 3, Interview: Katja Preissner, 21.02.2019, Länge: 02:48 Min.]
"Was der Missbrauchsbeauftragte Bischof Ackermann in neun Jahren abgeliefert hat, ist kein Ruhmesblatt"

Bernd Held sagt, er erhoffe sich von Papst Franziskus, dass er seinen Worten Taten folgen lässt. Er hatte die Bischöfe angewiesen, auf die Betroffenen zuzugehen. Das passiere immer noch nicht. Vielleicht aber nun durch diese Konferenz.

Keine Entschädigungen für Missbrauchsopfer

Im Fall mit dem Orden der Herz-Jesu-Missionare renne er seit neun Jahren gegen Mauern. Es habe Mediationsgespräche gegeben, die wurden abgebrochen. Dann habe der Mediator hingeworfen, weil er sich das nicht mehr habe weiter antun wollen. Es seien Versprechungen gemacht worden, die dann doch nicht eingehalten wurden, etwa die Übernahme von Therapiekosten.

"Keine Aktenfreigabe im Bistum Trier"

Der Missbrauchsbeauftrage Bischof Ackermann hat nach Ansicht von Bernd Held in den vergangenen neun Jahren nichts Rühmenswertes abgeliefert. Nachdem die Studie zum Missbrauch heraus gekommen sei, hätten einige Bischöfe Akten zur Verfügung gestellt. Einige der wenigen Bistümer, die das nicht gemacht hätten, sei das Bistum Trier.

Nach neun Jahren müsste das Thema eigentlich beendet sein. Aber, so Held, "man steht immer wieder nur am Anfang".


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Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 21.02.2019 berichtet.

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