Bundeswehrsoldaten bei der Grundausbildung (Foto: dpa/Christian Charisius)

"Minderjährige Soldaten - das geht gar nicht"

Frank Hofmann im Gespräch mit Heinz Hilgers   19.10.2018 | 09:04 Uhr

Gibt es in Deutschland Kindersoldaten? Das ist überspitzt formuliert, so ganz von der Hand zu weisen ist es aber nicht. Neun Prozent der Soldaten und Soldatinnen bei der Bundeswehr sind noch nicht volljährig. Das geht aus einer aktuellen Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

SR 3-Moderator Frank Hofmann hat darüber mit dem Präsidenten des Kindschutzbundes, Heinz Hilgers, gesprochen. Der sagt, nach deutschen Recht sei das möglich. International werde es aber geächtet, Minderjährige zu rekrutieren und auszubilden. Wenn man den ganz schlimmen Vorfällen in Afrika etwas entgegenhalten wolle, müsse Deutschland sich exakt an die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen halten.

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Neun Prozent der Soldaten bei der Bundeswehr sind jünger als 18 Jahre (Foto: dpa)
Audio [SR 3, Frank Hofmann im Gespräch mit Heinz Hilgers, 19.10.2018, Länge: 03:01 Min.]
Neun Prozent der Soldaten bei der Bundeswehr sind jünger als 18 Jahre (Foto: dpa)

Hilgers machte deutlich, er kritisiere nicht, dass die Bundeswehr um junge Menschen werbe. Aber mit der spielerischen Art der Werbung auf der Computerspielemesse GamesCom oder mit einer Webserie auf Youtube, erwecke sie den Eindruck, das sei eine vergnügliche Angelegenheit. Das spiegele die Realität nicht wider. Es sei kein Spiel. Die Bundeswehr solle realistisch für sich werben.


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Mit speziell auf junge Menschen zugeschnittenen Videos wirbt die Bundeswehr um Nachwuchs. Und die Offensive scheint zu greifen: Die Zahl der minderjährigen Rekruten hat 2017 einen neuen Höchststand erreicht. Kritiker sprechen von "Kindersoldaten".

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 19.10.2018 berichtet.

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