Mietkoch Fabrizio Kaio bei der Arbeit (Foto: urcook.de)

Saarbrücker Firma bietet Mietköche für zuhause

Sarah Sassou / Onlinefassung: Axel Wagner   23.12.2020 | 17:15 Uhr

Gerade rund um Weihnachten geht es in der Gastronomie rund - normalerweise. Doch in diesem Corona-Jahr ist alles anders: Die Restaurants sind zu. Profis haben nichts zu tun, zuhause muss gekocht werden. Hier will der Saarbrücker Unternehmer Nouredine Benaissa Abhilfe schaffen – mit Köchen zum Mieten.

„Wenn Du Dir ein Steak bestellst, das schmeckt in der Verpackung definitiv nicht so wie wenn es auf dem Teller ist.“ Für Venoth Nagaraja sind Essenslieferungen aus dem Restaurant jetzt im Lockdown keine gute Alternative. Aber von Profis bekochen lässt er sich schon gerne, und so geht es auch vielen anderen.

Zuverdienst für Profis

Köche zum Mieten
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 23.12.2020, Länge: 02:55 Min.]
Köche zum Mieten

Für Köchinnen und Köche ist die Situation derzeit schwierig, sie verdienen wenig bis gar nichts. Das hat Nouredine Benaissa aus Saarbrücken auf eine Idee gebracht: Auf der Internetseite urcook.de bieten Köche ihre Dienste für Privathaushalte an – ganz Corona-konform.

„Durch diese Krise ist es halt jetzt vor allem interessant für Köche und Gastronomen, die sehr viele Einbußen haben“, sagt Benaissa. „Die können ihr Unternehmen natürlich nicht mit Home Cooking tragen, aber es hilft, hier den einen oder anderen Euro mehr dazuverdienen.“

Derzeit sieben Köche

Benaissa ist Mitte Dreißig und eigentlich in der Versicherungsbranche tätig. Aus dem BWL-Studium kennt er Venoth Nagaraja, und der berät mit seinem Unternehmen wiederum Firmengründer. Zusammen haben die beiden die Internetplattform ins Leben gerufen.

Zurzeit stehen auf dem Portal sieben Köche mit Kurzprofil und jeweils einem Beispielmenü samt Preis. Für das private Dinner mit zwei bis drei Gängen werden zwischen 35 und 60 Euro pro Person fällig. Wer einen der Köche mieten will, nimmt online Kontakt zu Benaissa auf, er vermittelt dann den Mietkoch.

Venoth Nagarajah (links) mit Mietkoch Fabrizio Kaio (Foto: urcook.de)
Venoth Nagarajah (links) mit Mietkoch Fabrizio Kaio

Corona-Hilfe vorrangig

Für seine Arbeit nimmt er selbst vorerst kein Geld. „Es wird in Zukunft so sein, dass wir prozentuale Anteile von den Buchungen bekommen. Aber das steht jetzt erst einmal noch außen vor, da wir sagen: Aktuell ist es das Wichtigste, dass die Gastronomen und Köche auch noch etwas Weihnachtsgeld verdienen können.“

Nach den Corona-Restriktionen soll urcook.de dann nicht nur Dinner im kleinen Kreis bedienen, denn die Plattform soll auch andere Bedürfnisse stillen, zum Beispiel Familienfeste.

Auch für Hobbyköche

Rinderfilet (Foto: urcook.de)
Rinderfilet

Die Qualität des Essens bewertet die Kundschaft selbst auf der Internetseite. Deshalb können sich nicht nur Profis, sondern auch Hobbyköche für den Dienst registrieren.  

Venoth Nagaraja hat einige Köche auch schon selbst ausprobiert. Er zeigt Fotos vom Dinner mit dem Mietkoch. Auf einem schwarzen Teller ist Kartoffelpüree angerichtet, darauf ein rosa gebratenes Stück Rind, drumherum sind Gemüse und Soße kunstvoll arrangiert. Das sieht nach Profi aus. „ Wenn Du das jetzt jeden Tag isst, geht’s ins Geld. Aber als Erlebnis zweimal im Monat, das ist ok.“

Nouredine Benaissa (von links), die beiden Mietköche Thomas Kreutz und Bubacarr Sissoho sowie Venoth Nagaraja (Foto: urcook.de)
Nouredine Benaissa (von links), die beiden Mietköche Thomas Kreutz und Bubacarr Sissoho sowie Venoth Nagaraja

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Nachmittag vom 23.12.2020 berichtet.

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