Peppenkum, Auschet, Schnappach und Co.

  03.08.2021 | 06:22 Uhr

Beim Vorbeifahren an Ortsschildern kommt man im Saarland nicht selten ins Schmunzeln. Manche Ortsnamen klingen so merkwürdig, dass man sich kaum vorstellen kann, wie sie entstanden sind.


Woher kommen sie, die merkwürdigen Ortsnamen?

Wo kommen unsere Ortsnamen her?
[SR 3, Oliver Buchholz, 07.08.2021, Länge: 05:05 Min.]
Wo kommen unsere Ortsnamen her?
Wir haben die Ortschaften Auschet, Peppenkum, Rimlingen, Schnappach und Habenichts besucht. Dabei haben wir uns gefragt: Wie sind die saarländischen Ortsnamen überhaupt entstanden und unterscheiden sich unsere Bezeichnungen von denen anderer Länder? SR 3-Reporter Oliver Buchholz ist der Frage zusammen mit einem Forscher nachgegangen.


Habenichts

Merkwürdige Orte im Saarland: Habenichts
[SR 3, Lisa Krauser, 06.08.2021, Länge: 05:21 Min.]
Merkwürdige Orte im Saarland: Habenichts

Habenichts ist eine kleine Ortschaft bei Marpingen mit nur 22 Häusern und 55 Einwohnern. Es gibt aber auch ein Restaurant, in dem sich SR 3-Reporterin Lisa Krauser sehr wohl gefühlt hat.

Dort hat sie auch etwas über die Entstehung des Namens "Habenichts" erfahren: Die Legende behaupte, dass vor einigen Jahrhunderten ein gewisser Graf Adolph von Ottweiler auf der Jagd mit seinem Gefolge vorbeigekommen sei und Hunger verspürt habe, erzählt Elmar Schmidt, der in Habenichts geboren ist.

"Der wollte von den Menschen, die hier eine Ziegelei betrieben hatten, Essen und Getränke haben und die haben nur gesagt 'Mir hann nix' und daraufhin soll gesagt worden sein: 'Dann sollt ihr fürderhin "Habenichts" heißen.'"


Schnappach

Über 30 Stollen, bayrische Wirtshäuser und eine tolle Ortsgemeinschaft: Schnappach
Audio [SR 3, (c) SR/Lena Schmidtke, 05.08.2021, Länge: 06:11 Min.]
Über 30 Stollen, bayrische Wirtshäuser und eine tolle Ortsgemeinschaft: Schnappach

Das einzige bayrische Dorf mit Steinkohlebergwerk: Das war Schnappach um 1900. Denn damals verlief die preußisch-bayrische Grenze an dem 450 Seelen Ort vorbei, quer durchs Saarland. Und das hatte zur Folge, dass dort das Bier günstiger war und viele Bergleute dorthin zogen. Das brachte auch Auseinandersetzungen mit sich. Auch heute werde noch gerne gefeiert, aber kultivierter, erklären Rita Lampel und Horst Henrichs SR-Reporterin Lena Schmidtke.


Rimlingen

Rimlingen: Idylle, die Bua und ein reges Vereinsleben
Audio [SR 3, (c) SR/Julia Becker, 04.08.2021, Länge: 08:04 Min.]
Rimlingen: Idylle, die Bua und ein reges Vereinsleben

Knapp über 1000 Einwohner, die Familie eines bekannten Fußballers wohnt dort und ein Premiumwanderweg startet und endet im Ort. Das waren die Hinweise von SR 3-Reporterin Julia Becker. Sie war im Losheimer Ortsteil Rimlingen unterwegs.

Dort getroffen hat sie den "Bua". Der heißt so, weil er direkt neben einem kleinen Brunnen, dem "Bua" wohnt. Eigentlich heißt er Franz-Josef Laux. "Die Geselligkeit und das Vereinsleben, das macht unseren Ort aus", sagt der Bua. Ein Rimlinger aus Leidenschaft ist auch Jäger Mark Schmitt, der vor allem von der Natur rund um den kleinen Ort schwärmt.


Peppenkum

Merkwürdige saarländische Ortsnamen: Peppenkum
Audio [SR 3, (c) SR/Lena Schmidtke, 03.08.2021, Länge: 07:20 Min.]
Merkwürdige saarländische Ortsnamen: Peppenkum

Auf der Spur saarländischer Ortsnamen, die etwas aus der Reihe fallen. Dazu gehört sicherlich auch Peppenkum. SR 3-Reporterin Lena Schmidtke hat den 300-Seelen-Ort bei Gersheim besucht.

Peppenkum liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet mit saftig grünen Wiesen, Feldern, bunten Blumen und alten Bäumen. Im Dorf gibt es weder eine Kirche noch ein Lebensmittelgeschäft. Auch einen Metzger oder Bäcker sucht man vergebens. Dafür aber gibt es eine Kita, ein Feuerwehrgerätehaus, ein Dorfgemeinschaftshaus, einen Angelsportverein und aktive Landfrauen. Frankreich ist nur ein paar Minunten entfernt und Gastfreundschaft wird in Peppenkum groß geschrieben.

Und der Name? Dazu gibt es natürlich auch eine Geschichte, die uns Elfriede erzählt, die schon seit über 50 Jahren in Peppenkum lebt: "Die Arche soll hier auf dem Hügel gelandet sein. Noah hat die Tiere reingeholt wegen der Sintflut. Zum Schluss haben die Tauben gefehlt. Der Täuberich hieß Peppes. Und Noah rief: Peppes, kum! Und daher der Name.“ Na, ob das so stimmt....


Auschet

Auf Stippvisite in Auschet
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 02.08.2021, Länge: 07:48 Min.]
Auf Stippvisite in Auschet

Viele Einwohner hat Auschet nicht, insgeamt nur 52. Das Dorf gehört zu Schmelz, liegt auf einem Berg und hat nur eine einzige Straße. Glück für SR 3-Reporter Oliver Buchholz, dass er Katharina Schedler und Ernst Leidinger getroffen hat.

Ernst Leidinger wohnt schon seit 55 Jahren in Auschet und kann etwas zu der Entstehung erzählen: Früher wurden Leute aus Limbach ausgesiedelt, die nicht "in die Gesellschaft gepasst haben". Der Name Auschet kommt also von dem Begriff "Ausgesetzte". Davon sei heute aber nichts mehr zu spüren, beteuert Leidinger lachend.

Thema in der Kalenderwoche 31 auf SR 3 Saarlandwelle in der Sendung "Guten Morgen".

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