Gefährliche Moutainbiker-Falle auf der Strecke „Die Pur“

Gefährliche Biker-Falle auf der Strecke „Die Pur“

Eva Lippold   30.03.2021 | 16:38 Uhr

Auf einem Abschnitt der St. Ingberter Mountainbike-Strecke „Die Pur“ ist eine gefährliche Falle für Radsportler gebaut worden. Am 29. März kam dort ein Mountainbiker zu Fall. Dass er sich nur leicht verletzt hat, war reines Glück. Und leider sind solche „Biker-Fallen“ kein Einzelfall im Saarland.

An dem Streckenabschnitt, an dem Matthias B. zu Fall kam, fällt die „PUR“ in St. Ingbert steil ab, und etwa acht Meter hinter dem Abhang klafft ein etwa 40 Zentimeter tiefes, 50 mal 40 Zentimeter breites Loch. Daraus staken zwei dicke Äste. Matthias B. wurde dieses Loch am 29. März zum Verhängnis. Wie aus dem Nichts hat es ihn aus dem Sattel gehoben. Das Loch, das dort offenbar vorsätzlich gegraben worden ist, hat er erst bei genauen Hinsehen entdeckt. Es wurde inzwischen mit einem Polizeiabsperrband gesichert.

Matthias, 61 Jahre alt, bezeichnet sich selbst als erfahrenen Mountainbiker. So etwas sei ihm bisher noch nicht passiert. Und wohl nur Dank seines Helms und einem Protektorenrucksack ist er nur mit ein paar Schürfwunden davongekommen.

Audio

Wem gehört der Wald?
Audio [SR 3, (c) SR3 Frank Hofmann, Eva Lippold, 31.03.2021, Länge: 02:39 Min.]
Wem gehört der Wald?

Dem Täter droht eine mehrjährige Haftstrafe

So etwas sei kein Dumme-Jungen-Streich, sagt Polizeihauptkommissar Torsten Towae. Er ermittelt in den Fall. Allein auf das vorsätzliche Anbringen einer solchen Falle stehen bis zu fünf Jahre Haft, und bei gravierenden Folgen kann die Strafe sogar noch höher ausfallen.

 (Foto: Stadt Neunkirchen)
Gefahrenstelle PUR

Kein Einzelfall

Leider sind solche „Biker-Fallen“ im Saarland kein Einzelfall. Genau an dieser Stelle hat es vor zehn Jahren einen ähnlichen Unfall gegeben. Immer wieder würden Äste oder Seile vorsätzlich an Mountainbikestrecken angebracht, sagt Towae.

Runder Tisch soll Lösung bringen

Tim Maus, der Vorsitzende des Mountainbikevereins Saarbrücken e.V., spricht sogar von einem regelrechten "Kampf um den Wald". Dabei kann er durchaus verstehen, dass sich Spaziergänger von Mountainbikefahrern gestört fühlen, die auf illegalen Trails mitten durchs Naturschutzgebiet fahren. Die meisten Mountainbiker verhielten sich jedoch respektvoll, sagt er.

Und genau um diesen Konflikt zu schlichten, wurde der Montainbikeverein Saarbrücken überhaupt gegründet. Gemeinsam mit dem Umweltministerium und allen Beteiligten wird seit Monaten bei einem Runden Tisch nach Lösungen gesucht. Ein wichtig Schritt für ein friedliches Miteinander seien dabei legale Strecken, sagt Maus.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 30.03.2021 und "Guten Morgen" am 31.03. 2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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