Christian Wirth von den Maltesern Saarlouis (Foto: SR/Corinna Kern)

Saarlouiser Malteser unterstützen ukrainische Partner

Christian Wirth, Stadtbeauftragte der Malteser

Interview: Michael Friemel/Onlinefassung: Corinna Kern   29.12.2022 | 06:40 Uhr

Seit dem 24. Februar herrscht Krieg in der Ukraine. Die folgende Welle an Solidarität war groß. Für die Malteser in Saarlouis hieß das damals: Wir helfen unseren Freunden und Partnern. Denn seit über 30 Jahren gibt es eine Partnerschaft mit den Maltesern in Iwano-Frankiwsk. Christian Wirth, der Stadtbeauftragte der Malteser, war von Anfang an dabei.

Die Malteser in Saarlouis waren, so Christian Wirth, bereits vorbereitet auf das, was in den kommenden Wochen und Monaten an Hilfe geleistet werden sollte. Zwei Wochen vor Kriegsbeginn erhielten sie eine Nachricht aus Iwano-Frankiwsk. Darin beschrieben die Ukrainer die sich immer weiter zuspitzende Situation.

Armenküche in der Westukraine

Seit 1991 engagieren sich die Malteser in der ukrainischen Stadt. Laut Wirth ging die damalige Initiative vom Bistum Trier aus, dass die Malteser darum bat, in Iwano-Frankiwsk, im Westen der Ukraine, eine Armenküche zu betreiben.

In den Anfangsjahren der Partnerschaft hätten die Saarländer die Hilfe in Eigenregie organisiert. Erst im Laufe der Zeit seien auch auf der ukrainischen Seite Malteser hinzugekommen, so Wirth. Während der Maidan-Revolution im Jahr 2014 hätten sich auch ukrainische Malteser engagiert und eine Feldküche mitten auf dem Platz errichtet. Laut Wirth habe es bereits zu dieser Zeit Situationen gegeben, während denen die ukrainischen Malteser verfolgt wurden und sich verstecken mussten.

Wie die Malteser SLS in der Ukraine helfen
Audio [SR 3, (c) SR 3, 29.12.2022, Länge: 06:01 Min.]
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Hilfe während des Krieges

Um gezielt zu helfen, sprachen sich die Malteser Saarlouis mit ihren ukrainischen Kollegen ab. Dadurch konnten genau die Güter geliefert werden, die benötigt wurden, so der Stadtbeauftragte der Malteser. Bis in den Osten der Ukraine seien de Hilfsgüter von den ukrainischen Kollegen weitergeleitet worden.

Vor Ausbruch des Krieges transportierten die Saarländer die Güter selbst bis nach Iwano-Frankiwsk. Mit Ausbruch des Krieges war das nicht mehr möglich. Daher engagierte man eine ukrainische Spedition. 22 LkW wurden bereits in die Ukraine geschickt und erreichten mit ihrer Ladung die ukrainischen Malteser.

Im letzten Transport wurden 200 Feldbetten und Schlafsäcke, sowie Lebensmittel und Notstromaggregate transportiert.

Entstehung von Freundschaften

Durch die lange und enge Zusammenarbeit sind auch Freundschaften zwischen den Maltesern entstanden. Einmal in der Woche telefoniere Christian Wirth mit dem Leiter der ukrainischen Malteser und tausche sich mit ihm aus.

MALTESER SEIT 30 JAHREN IN UKRAINE AKTIV

Für Privatleute und Unternehmen, die helfen möchten, haben die Malteser eine Hotline (0800 - 58 92 79 94) eingerichtet. Darüber hinaus können über die Internetseite www.malteser.de/ukraine-hilfe Hilfsangebote registriert werden. Auch in den sozialen Medien informieren etwa die Malteser in Saarlouis, Lebach und Quierschied.

Malteser: "Es sind noch viel zu wenige Hilfsgüter an der Grenze"
Audio [SR 3, Interview: , 01.03.2022, Länge: 05:58 Min.]
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Ein Thema in "Guten Morgen" am 29.12.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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