Champagner (Symbolbild) (Foto: pixabay/blende12)

Warum Luxusgüter in Krisenzeiten gefragt sind

Dirk Hohnsträter im Interview bei Frank Hofmann / Onlinefassung: Kathrin Gärtner   18.11.2022 | 07:32 Uhr

Ob Champagner oder Whisky: Luxusgüter boomen trotz der vom Ukrainekrieg und der Coronapandemie geprägten Krisenzeit. Dirk Hohnsträter, Leiter der Forschungsstelle Konsumkultur an der Universität Hildesheim, wundert das nicht.

Dass Luxusgüter krisenunanfällig seien, sei eine bekannte Sache, sagt Dirk Hohnsträter, Leiter der Forschungsstelle Konsumkultur der Universität Hildesheim. Es gebe immer genügend Menschen, die sich die teuren Produkte leisten könnten.

Besonders in Krisenzeiten seien die Produkte sogar noch stärker gefragt. Gerade in der aktuellen Zeit, in der eine Krise auf die andere folge, seien die Menschen bereit, sich etwas zu gönnen und es sich gut gehen zu lassen.

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Luxusgüter gefragt
Audio [SR 3, Frank Hofmann/Dirk Hohnsträter, 18.11.2022, Länge: 03:44 Min.]
Luxusgüter gefragt

Nachholeffekte durch die Pandemie

Außerdem gebe es noch die Nachholfeffekte durch die Pandemie: "Man konnte einfach nicht so in dem Maße ausgehen oder reisen." Und da dies nun wieder möglich sei und man nicht wisse, welche Krise noch kommen könnte, gönnten sich die Menschen nun lieber was, da es ginge.

Gilt nicht für alle

Doch nicht alle Menschen können gleichermaßen am Konsum teilnehmen. "Das mittlere monatliche Nettoeinkommen liegt in Deutschland bei ungefähr 2000 Euro. Wer drunter liegt, der gehört zu den Ärmeren. Wer darüber liegt, zu den Wohlhabenderen."

Hierzu gebe es sehr differenzierte Statistiken. Dabei bekäme man eine Vorstellung, was so zur Mittelklasse zählt, die in Deutschland acht von zehn Menschen betreffe. Hierzulande sei das sozial besser verteilt als etwa in den USA. Dort seien die Unterschiede viel extremer.

Qualität statt Quantität

Verbraucherinnen und Verbrauchern rät Hohnsträter: "Qualität statt Quantität. Weniger aber besser. Das sollte eigentlich die Maxime sein, wenn man gut leben möchte."

Außerdem habe die psychologische Glücksforschung herausgefunden, dass Menschen zufriedener seien, wenn sie Erlebnisse kaufen statt materieller Dinge. Ein schönes Abendessen im Freundeskreis, das in Erinnerung bleibe, mache Menschen zufriedener als Kleidung, die sie kaufen.

Ein Thema in "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 18.11.2022.

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