"Eingang mit der Luca-App" steht auf einem Schild vor einem Kaufhaus in Berlin (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Paul Zinken)

Die Stärken und Schwächen der Luca-App

Jan Henrich   29.04.2021 | 16:15 Uhr

Die Kontaktnachverfolgung ist weiterhin ein zentraler Baustein im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Deswegen setzt die saarländische Landesregierung seit einigen Wochen auf sie sogenannte Luca-App. 370.000 Euro kostet das System im Saarland. Ein digitaler Helfer, um Infektionsketten automatisch nachzuvollziehen. Jetzt lässt sich Luca auch ohne Smartphone und App einsetzen und zwar über spezielle Schlüsselanhänger. Die werden mittlerweile in vielen Gemeinden kostenlos verteilt.

Der Zweck der Luca-App ist es, die Zettelwirtschaft in der Kontaktnachverfolgung zu ersetzen.

Im Studiogespräch erläutert SR-Reporter Jan Henrich, wie die Luca-App funktioniert, was für sie und was gegen sie spricht.

Das Prinzip: Die Nutzer geben in der App ihre Adresse ein und anschließend können sie digital überall dort einchecken, wo sie sonst ihre Daten auf einem Zettel hinterlassen müssten, also beispielsweise beim Friseur, beim Krankenhausbesuch oder in der Gastronomie. Die Erfassung erfolgt über das Einscannen eines QU-Codes.

Die Gesundheitsämter sind per Schnittstelle direkt angebunden und können im Infektionsfall Infektionsketten gleich nachvollziehen.

Schlüsselanhänger statt Smartphone

Da nicht jeder ein Smartphone besitzt, gibt es die Kontaktnachverfolgung per Luca nun auch in Form eines Schlüsselanhängers, den man dann einfach am Eingang vorzeigt und der dann vom Betreiber eingescannt wird.

Doch es gibt eine Hürde: Um den Luca-Schlüsselanhänger einsetzen zu können, muss man ihn zuerst registrieren und das ist nur über das Internet möglich. Zudem muss die Registrierung nochmal bestätigt werden, und das geht nur über das Handy.

Die Datensicherheit

Ein großer Kritikpunkt an der Luca-App ist die zentrale Speicherung der Daten, also wer sich wann, wo eingecheckt hat. Und das können durchaus sehr sensible Daten sein wie zum Beispiel ein Arztbesuch oder ein Termin beim Anwalt. Diese Daten werden zwar verschlüsselt gespeichert, aber prinzipiell gilt: Wo viele persönliche Daten zentral gespeichert werden, gibt es ein Risiko.

Corona-Warn-App - eine Alternative?

Eine datensparsamere Alternative ist die Corona-Warn-App. Sie bietet seit Kurzem zudem die Möglichkeit, sich mit ihr bei Veranstaltungen oder in Geschäften einzuchecken.

Bei der Corona-Warn-App werden die Daten dezentral gespeichert. Bei ihr werden keine Adressdaten erhoben und Kontaktwarnungen gehen direkt von Nutzer zu Nutzer. Im Hinblick auf den Datenschutz ist dies erheblich sicherer.

Für die aktuellen Regelungen zur Kontaktnachverfolgung ist die App jedoch nicht nutzbar. Die Corona-Gesetze im Saarland sehen explizit vor, dass Name, Anschrift, Telefonnummer bzw. Mail-Adresse bei Besuchen erfasst werden. Und genau das macht die Corona-Warn-App eben nicht.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 20.04.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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