Buchstabenwürfel bilden den Schriftzug Long Covid neben Blutprobe und Coronavirus-Modell (Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde)

"Man darf diese Daten nicht überinterpretieren"

Dr. Harald Michels zur Trierer Long-Covid-Studie

Interview: Renate Wanninger   06.07.2022 | 16:20 Uhr

Long Covid und Post Covid sind möglicherweise verbreiteter als angenommen. Das hat eine Trierer Studie ergeben. 1500 Fragebögen von Betroffenen wurden dazu ausgewertet. Im SR-Interview ordnet Dr. Harald Michels vom Gesundheitsamt Trier die Ergebnisse ein. Er hat an der Studie mitgearbeitet.

Eine Studie des Gesundheitsamtes Trier-Saarburg in Zusammenarbeit mit der Uni Trier deutet darauf hin, dass weitaus mehr Menschen unter Langzeitfolgen einer Corona-Infektion leiden könnten als bisher bekannt.

3500 Betroffene wurden dazu befragt, 1500 Antworten gab es insgesamt. Das Ergebnis: Knapp die Hälfte klagt über Langzeitfolgen. Die Studie sei jedoch nur bedingt aussagekräftig, betont einer der Autoren, Dr. Harald Michels, im SR-Interview.

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"Man darf diese Daten nicht überinterpretieren"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger / Dr. Harald Michels , 06.07.2022, Länge: 03:50 Min.]
"Man darf diese Daten nicht überinterpretieren"
Long Covid und Post Covid sind möglicherweise verbreiteter als angenommen. Das hat eine Trierer Studie ergeben. 1500 Fragebögen von Betroffenen wurden dazu ausgewertet. Im SR-Interview ordnet Dr. Harald Michels vom Gesundheitsamt Trier die Ergebnisse ein. Er hat an der Studie mitgearbeitet.

Wie aussagekräftig ist die Studie?

Bei den Studien-Daten könnte es nämlich Verzerrungen geben, so Michels. Denn erfahrungsgemäß sei es so, dass sich eher Menschen an der Studie beteiligen, die mehr Beschwerden haben.

Die Daten seien deshalb nicht überzubewerten - auch wenn sich ein auffälliger Trend abzeichne. Rechne man die Daten auf alle Befragten hoch, komme man noch auf rund 20 Prozent, die von Long- oder Post-Covid betroffen sind.

Ebenso seien die Studien-Ergebnisse auch durch den Untersuchungszeitraum von März bis Mai 2021 limitiert, so Michels. Denn in dieser Zeit habe es besonders viele schwere Verläufe und eine niedrige Impfquote gegeben. Außerdem seien dadurch Virus-Varianten, die für leichtere Verläufe sorgen, in der Studie nicht erfasst.

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Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" am 06.07.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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