Eine Schülerin macht einen Lolli-Test. (Foto: picture alliance/dpa | Roland Weihrauch)

Wie laufen die Lollitests in der Kita?

mit Informationen von Patrick Wiermer   15.09.2021 | 12:20 Uhr

Zurzeit heißt es Lutschen gegen Corona in den Kitas im Saarland. In einigen Kitas ist die Testphase für die sogenannten Lollitests gestartet. Der Test soll den Einrichtungen und nicht zuletzt auch den Eltern mehr Sicherheit geben. Wie das funktionieren kann, zeigt zum Beispiel die Kita "Stahlsternchen" in Völklingen.

Statt Purzelbaum gibt es in der Turnhalle der Kita Stahlsternchen was zu Lutschen. Zweimal pro Woche gibt es hier jetzt den sogenannten Lollitest, wobei der Lolli mehr an ein Stäbchen als an etwas Süßes erinnert.

"...und ganz viel Spucke dran machen"

Wie laufen die Lollitests in der Kita?
Audio [SR 3, Partik Wiermer, 15.09.2021, Länge: 03:15 Min.]
Wie laufen die Lollitests in der Kita?

Die Kinder zwischen drei und fünf Jahren kommen gruppenweise rein, setzen sich auf die Bank. Die Kita-Leiterin Christine Bartz sagt, was zu tun ist. Dann heißt es, Stäbchen in den Mund, ganz viel Lutschen.

Einige drehen das Stäbchen etwas nervös in ihren Hände, andere denken an was völlig anderes. Die allermeisten machen das mit den Stäbchen aber fast schon routiniert. Auch wenn sich manche Kinder unter dem "Lolli" etwas anderes vorgestellt haben und das Stäbchen eklig finden. Auch der fünfjährige Noel schmeckt mehr Watte als Zuckerwatte.

Warum sie das Ganze machen? Manche wissen es noch nicht so richtig, andere wissen schon: "Das ist wichtig" und "Corona ist ein Virus".

Die Stäbchen kommen dann in ein Röhrchen und werden nach Gruppen sortiert. Mit einem Kurierdienst kommen die Proben dann nach Trier ins Labor. Kommt es zu einem positiven Befund, werden alle Eltern der betroffenen Gruppe und das Gesundheitsamt informiert. Anschließend kommt ein mobiles Testteam und testet alle Kinder der Gruppe nocheinmal.

"Der Nutzen überwiegt"

Der Lollitest ist schnell erledigt, auch die Registrierung der Proben über eine Webseite des Labors geht schnell von der Hand. Trotzdem braucht die Kita-Leiterin fast eine halbe Stunde. Zeit, die ihr für andere Aufgaben fehlt. Man kann sich vorstellen, wie der Aufwand für Einrichtungen ist, die mehr als 48 Kinder wie in dieser Kita in Völklingen hat.

Für Bartz ist allerdings klar, der Aufwand lohnt sich. Für sie überwiege der Nutzen. Denn es habe schon einmal einen asymptomatischen Fall in ihrer Kita gegeben.

Die meisten Eltern für Lollitest

Auch der Großteil der Eltern begrüßt offenbar die Lollitests. Von 32 Kindern über drei Jahren, die getestet werden könnten, haben 22 ein Einverständnis von den Eltern.

Bislang lief das Testen mit dem Lolli reibungslos. Einen positiven Fall gab es seit Beginn der Testphase noch nicht. Dass es dabei bleibt, ist einer der Wünsche von Kita-Leiterin Bartz. Außerdem brauche es "mehr Vorlaufzeit, wenn eine andere Regelung kommt."

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" vom 15.09.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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