Löwenzahn-Ernte (Foto: Lena Schmidtke)

Löwenzahn-Ernte im Saarland

mit Informationen von Lena Schmidtke   09.03.2022 | 08:00 Uhr

Es ist wieder soweit. Im Saarland wird der "Bettsäächer" geerntet - und landet danach bei vielen in der Salatschüssel. Wir waren bei der Ernte dabei und haben auch ein paar Rezeptideen.

Im Saarland gehört der Löwenzahn bei vielen auf dem Teller. Seinen saarländischen Namen verdankt der "Bettsächer" oder "Bettseija" seiner harntreibenden Wirkung. Jetzt im Frühjahr ist Erntezeit. Auch auf den Lisdorfer Feldern herrscht reges Treiben.

Etwas typisch Saarländisches

Löwenzahn-Ernte im Saarland
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 09.03.2022, Länge: 02:33 Min.]
Löwenzahn-Ernte im Saarland

Für Gärtnermeister Frank Faust vom Gemüsebau Faust ist der Anbau von Löwenzahn eine Herzenssache und etwas typisch Saarländisches. Außerhalb unserer Region werde er zwar oft belächelt, wir würden hier Gänsefutter essen. Doch für ihn und viele im Saarland ist und bleibt der Löwenzahn eine Delikatesse.

Aufwändiger Anbau

Bis der "Bettsäächer" geerntet werden kann, dauert es gut ein Jahr. Im April wird ausgesäht. Damit ist die Arbeit aber nicht getan. Wöchentlich müsse man sich um die Aussaat kümmern, so Faust: wässern, wenn es heiß ist, Unkraut jäten, hacken. Da stecke viel Handarbeit drin.

Apropos "Gänsefutter": Tatsächlich lieben auch die Nilgänse den Löwenzahn. Und so müssen die Felder auch vor ihnen geschützt werden.

Die Ernte

Im Frühjahr wird dann geerntet. Morgens, 08.30 Uhr, geht es los. Normalerweise wird der Löwenzahn mit der Maschine samt Wurzel aus dem Boden geholt. Bei den gefrorenen Böden zurzeit muss aber die Schaufel her. Danach werden die Pflanzen von Erdresten befreit.

In einem kleinen Raum wird der Löwenzahn dann mit den Wurzeln in Kisten gestapelt. Dort wachse er dann tatsächlich noch ein paar Zentimeter, erklärt der Gärtnermeister. Weil Sonne fehlt, wachsen die Pflanzen dann gelb und nicht grün nach. Das "gelbe Herz" ist vor allem eine ästhetische Sache, geschmacklich macht es kaum einen Unterschied.

Nach ein paar Tagen im Dunkeln kommt der Löwenzahn dann zur nächsten Station, wo die Wurzel vom Spross getrennt wird. Anschließend werden die Pflanzen gewaschen und landen dann auf den Wochenmärkten und in unseren Läden.

Besonderer Wuchs

Der Löwenzahn aus dem Feldanbau sieht etwas anders aus als der in unseren Gärten. Oben trägt er grüne Blätter und ist unten knackig weiß. So mögen ihn viele am liebsten. Dahinter steckt ein ausgeklügeltes Verfahren.

Löwenzahn-Ernte (Foto: Lena Schmidtke)

Ausgesäht werde ebenerdig, erklärt der Gärtnermeister. Im Oktober mulche man die Pflanzen ab, bis auf einen Zentimeter über der Wurzel. Dann wird ein Erddamm aufgehäuft, sodass die Pflänzchen geschützt stehen und oben kleine, grüne Blätter bilden. Unten bleibt der Löwenzahn durch die Erdhülle schön weiß.

Rezepte mit Löwenzahn

Wer jetzt Lust auf Löwenzahn bekommen hat, hier gibt es ein paar leckere Rezeptideen von Saarlands Genusswirt Jörg Bieg.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" im März 2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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