Buntspecht beim Bad in der Vogeltränke (Foto: Bernd Konrad)

Der Hobbyfotograf und seine Riesen-Vogeltränke

mit Informationen von Herbert Mangold   19.08.2022 | 10:21 Uhr

Das Fotografieren unterschiedlicher Vogelarten ist ein Hobby von Bernd Konrad. Damit die Tiere lange vor seiner Kamera bleiben, hat der leidenschaftliche Naturliebhaber in seinem Heimatort Lockweiler-Krettnich eine riesige Wassertränke aufgestellt. Die sorgt nicht nur für schöne Bilder, sondern hilft auch den Vögeln mit der Trockenheit besser klar zu kommen.

Auf einer Streuobstwiese bei Lockweiler-Krettnich hat Bernd Konrad seine Vogeltränke aufgestellt. Rund zwei Quadratmeter groß ist Tränke. Eine richtige kleine Oase in der drum herum vertrockneten Fläche.

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Riesige Wassertränke zur Naturfotografie und den Tierschutz
Audio [SR 3, Herbert Mangold / Frank Hofmann, 19.08.2022, Länge: 02:42 Min.]
Riesige Wassertränke zur Naturfotografie und den Tierschutz

Regelmäßige Reinigung erforderlich

Mehrmals wöchentlich trägt der Rentner rund 25 Liter zu seiner Tränke. Denn das Wasser muss regelmäßig ausgetauscht werden. Mit einem Besen reinigt Bernd das Trink- und Badebecken zunächst, um den abgesetzten Dreck zu entfernen. Die Vögel benutzen die Tränke nämlich nicht nur zum Trinken, sondern koten auch in das Becken.

Ein Vogel geth durch eine Wassertränke (Foto: Herbert Mangold / Bernd Konrad)

Damit sich keine Keime oder Erreger in dem stehenden Gewässer bilden, tauscht der leidenschaftliche Naturfotograf alle zwei Tage das abgestandene Wasser gegen frisches Wasser aus. Bei der aktuell herrschenden Trockenheit achtet der Rentner darauf, dass die Tränke immer gefüllt ist. Er rät Gartenbesitzern daher, den Vögeln nicht nur Futter anzubieten, sondern auch ein kleines Wasserschälchen aufzustellen. Das sei jetzt wichtig, ansonsten würden viele Kleinvögle kaputt gehen.

Engagement für den Vogelschutz

Direkt neben seiner riesigen Vogeltränke hat Konrad eine kleine selbstgebaute Hütte. Mit einem Tarnnetz geschützt und mit seiner Kamera in seiner Hand macht sich der Rentner bereit, um die vorbeikommenden Vögel zu fotografieren. Der Tierfotograf ist Nabu-Mitglied und engagiert sich für den Vogelschutz.

Eine kleine Hütte mit Tarnnetz zur Tierfotografie (Foto: Herbert Mangold / Bernd Konrad)

Zeitintensives Hobby

Vier bis fünf Stunden verbringt Konrad getarnt an seiner Tränke. Doch das Warten lohnt sich: Rund 60 Vogelarten kommen jede Woche vorbei und erfrischen sich an der Tränke. Vor der Linse hatte der Naturfotograf bereits einen Grünspecht und den Klein- oder Mittelspecht.

Dass sich tatsächlich so viele Vogelarten vor seiner Kamera zeigen, damit hatte Konrad nicht gerechnet. Über die Jahre sind so über eine halbe Millionen Fotos zusammen gekommen. Für das perfekte Bild wartet er auch gerne bis zu 15 Stunden. Nach jedem Ausflug begutachtet er seine Fotos in seinem Keller und nimmt kleinere Bearbeitungen der Bilder am Rechner vor. Doch meist ist er so zufrieden, dass die Fotos in einer Minute fertig sind.

Naturfotograf Bernd Konrad (Foto: SR/Herbert Mangold)

Fotos aus der ganzen Welt

Der Naturfotograf hat sich nicht nur den Vogelarten im Saarland verschrieben, sondern war bereits in vielen Ländern Europas und sogar in Kanada unterwegs. Inzwischen konnte er mit seinen Fotografien an die 25 Bücher im Selbstverlag veröffentlichen. Als Mitglied der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen sei es ihm wichtig, die Tiere naturnah zu präsentieren.

Veränderungen der Natur festhalten

Doch es kommen nicht nur Vögel vor Konrad Linse. Er fotografiert auch andere Tierarten und ist somit ein Chronist der Veränderung. Die abnehmende Zahl der Hasenpopulation im Saarland, könne er mit seinen Fotos ebenso nachweisen, wie die Ansiedlung neuer Arten, wie der Gottesanbeterin.

Doch nicht immer muss der Rentner die Kamera bei sich haben, manchmal sitzt er einfach ohne Kamera da und genießt Natur und Tiere.

Die Aufnahme einer Gottesanbeterin (Foto: Herbert Mangold / Bernd Konrad)

Ein Thema in der Sendung "Bunte Funkminuten" am 19.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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