Grenze zu Frankreich (Foto: SR)

Lockdown-Regeln im kleinen Grenzverkehr

Lisa Huth   10.11.2020 | 13:19 Uhr

Im Saarland herrscht ein Teil-Lockdown, in Frankreich herrscht seit dem 30. Oktober sogar eine Ausgangssperre. „Le confinement“ bedeutet, dass die Franzosen das Haus dann nur aus triftigen Gründen verlassen dürfen. Bis auf die Lebensmittelläden sind alle Geschäfte geschlossen. Viele sind verunsichert, was das konkret für den kleinen Grenzverkehr im Alltagsleben bedeutet. Was ist erlaubt, was sollte man unterlassen?

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Lockdown-Regeln im kleinen Grenzverkehr
Audio [SR 3, /Lisa Huth, 10.11.2020, Länge: 01:21 Min.]
Lockdown-Regeln im kleinen Grenzverkehr

Keine Einschränkungen für Pendler

Erst mal bleibt alles wie gehabt, das heißt: Die bestehende Rechtsverordnung ist auch weiterhin gültig. Danach können die Saarländer, die nicht länger als 72 Stunden in Frankreich waren, problemlos zurückkommen und die Lothringer, die sich nicht länger als 24 Stunden im Saarland aufgehalten haben, ebenfalls wieder problemlos nach Hause, was ja besonders wichtig für Pendler ist. Pendler sollten aber eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers dabei haben. Aber auch eine französische Bescheinigung, die es im Internet gibt.

Was bedeutet die französische Ausgangssperre?

Die Franzosen dürfen nur noch mit einem triftigen Grund das Haus verlassen. Dazu gehört: die Kinder von der Schule abholen, pflegebedürftige Angehörige besuchen, Arztbesuche, Gassigehen, Joggen und unaufschiebbare Einkäufe tätigen. Dafür gibt es die Bescheinigung, für die man auch weitere Strecken zurücklegen kann.

Die Regeln der französischen Ausgangssperre gelten natürlich auch für die Grenzgänger aus dem Saarland. Der Einkauf in Saargemünd oder in Forbach ist möglich, die Regel ist aber: der nächst gelegene Supermarkt und nur "absolut notwendige Produkte". Ausgedehnte Spaziergänge auf der anderen Seite der Grenze sind also zurzeit tabu. Ebenso wie der Wochendtrip zum Stockweiher oder dem Ferienhaus in Frankreich. Das gilt auch für die Franzosen. Sie dürfen ihre Zweitwohnung zurzeit nicht aufsuchen.

Für Paare mit Wohnsitz in Frankreich und Deutschland - ob verheiratet oder unverheiratet - gilt ebenfalls: keine Besuche, denn die französische Regel lautet nun mal "Jeder bleibt an seinem Wohnsitz".

Tipp: Wer als Saarländer zum Beispiel wegen dringender Familienangelegenheite nach Frankreich fährt, sollte auf jeden Fall die Bescheinigungen aus dem Internet dabei haben. Je mehr Belege vorgezeigt werden können, desto besser.

Kontrollen

Während auf deutscher Seite nur unregelmäßig kontrolliert wird, gibt es in Frankreich sehr strenge Kontrollen. Seit Beginn der Ausgangssperre wurden bereits rund 800 Knöllchen über 135 Euro verteilt. Und dazu noch der Hinweis: Wer ein drittes Knöllchen wegen Verletzung der Ausgangssperre kassiert, muss dafür 1.500 Euro bezahlen.

Hintergrund der strengen Kontrollen: Im Département Moselle wird die Belegsituation auf den Intensivstationen immer enger. Die Spitze wird zum Wochenende erwartet. Unter anderem wurde jetzt im Robert-Pax-Klinikum in Saargemünd der Notfallplan ausgerufen. Dieser bedeutet, dass unter anderem alle personellen und materiellen Ressourcen mobilisiert werden.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 29.10.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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