Ratten (Foto: pixabay)

Über Emotionen und Intelligenz von Tieren

mit Informationen von Uwe Jäger/ Onlinefassung: Rebecca Lambert   27.12.2022 | 07:12 Uhr

Haben Tiere Emotionen? Denken sie? Verhaltensbiologe Niklas Kästner hat einiges darüber zu erzählen, wie intelligent sich Tiere verhalten und wie sich die Forschung über sie entwickelt.

Von wegen keine Emotion

Lange hat man nicht von Emotionen und Gedanken bei Vögeln und Säugetieren gesprochen. Es sei sogar lange verpönt gewesen, sagt Kästner. Aber mittlerweile habe sich das geändert. Heute könne man verschiedene Emotionen bei Tieren unterscheiden. So habe er beispielsweise noch im Jugendalter gelernt, dass es bei Tieren keine Eifersucht gebe und heutige Studien würden das Gegenteil belegen.

Schnell gelernt

Aber nicht nur die Emotionen, sondern auch die kognitiven Fähigkeiten werden untersucht. Vor allem Tiere wie Fische oder Insekten, die man lange nicht beachtet habe, stünden jetzt im Zentrum von Studien, sagt Kästner. Das Lernen zeige sich zum Beispiel darin, dass sie Werkzeuge einsetzen könnten. Studien zeigten, dass einige Tiere auch rechnen können. Gut, im Bezug auf's Rechnen fallen einem natürlich direkt die Menschenaffen ein, aber auch Raben und Elstern zeigen erstaunliche Fähigkeiten.

Eingeschränktes Leben

Tiere, die für die Lebensmittelproduktion gezüchtet würden, leiden, sagt Kästner. Sie empfänden Leid und Freude und würden wie in Fabriken gehalten. Besonders der Begriff "Tierproduktion" würde zeigen, dass die Lebensbedingungen nicht passen. Ihnen würde die Individualität und Persönlichkeit abgesprochen. Gerade in der Massentierhaltung fehle der Platz für die freie Entfaltung.

Zu viel Liebe

Aber nicht nur die Tiere, welche in Massentierhaltung gehalten werden, würden vollkommen falsch eingeschätzt, sondern auch Haustiere, sagt Kästner. Das fange damit an, dass die Tiere im Kinderwagen gefahren oder getragen würden, statt zu laufen. Und auch mit Tieren kuscheln, die eigentlich nur ihre Ruhe wollten, würde das Wohlergehen der Tiere einschränken. Also ganz wichtig im Umgang mit Tieren: Freiraum lassen.


Aus dem Leben


"Aus dem Leben" am 13. September
Verhaltensbiologe Niklas Kästner
Was wissen wir wirklich über das Verhalten, Fühlen, Denken und Leiden von Tieren? Niklas Kästner hat Antworten darauf. Am 13. September war der Verhaltensbiologe zu Gast in der SR 3-Talksendung, um mit Gastgeber Uwe Jäger genau darüber zu sprechen. Das Gespräch gibt es als Podcast auf SR3.de, in der ARD-Audiothek und auf YouTube.

Ein Beitrag aus der Sendung "Bunte Funkminuten" am 27.12.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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