Im Festzelt der Synagogengemeinde Saar (Foto: SR)

"Gemeinsam mit der Bevölkerung im Saarland feiern"

Lisa Huth mit Informationen von Sarah Sassou   21.09.2021 | 12:31 Uhr

Sukkot, das Laubhüttenfest, ist eines der großen Freudenfeste im Judentum. Üblicherweise werden die Laubhütten gemeinsam mit den Kindern aufgebaut. Sie sollen an die 40 Jahre erinnern, die das Volk Israel durch die Wüste wanderte. Dieses Mal lud die Synagogengemeinde Saar dazu ein, das Fest auf dem Schlossplatz in Saarbrücken mitzufeiern und zwar eine ganze Woche lang.

Symbolbild: Singend schmücken die Rabbiner Shmuel Segal (vorn) und Yehuda Teichtal die Laubhütte hinter dem jüdischen Bildungszentrum in Berlin (Foto: picture alliance/dpa | Annette Riedl)
Zu Sukkot wird eine Laubhütte hergerichtet (Foto: picture alliance/dpa | Annette Riedl)

Sukka bedeutet Laubhütte auf Deutsch. Die Hütten, die für Sukkot, also das Laubhüttenfest, gebaut werden, sind nach oben offen, nur mit ein paar Zweigen bedeckt. Sie sollen Palmzweige symbolisieren. Offen deswegen, damit der Himmel sichtbar ist. "Unter dem Dach von Gott" soll man sich aufhalten, sagt eine Teilnehmerin, dort etwa gemeinsam essen und auch übernachten.

Wegen Corona sind die Teilnehmerzahlen begrenzt. Auf allen Plätzen steht abgepacktes koscheres Essen. Gegess‚en werden besondere Dinge. Etwa Brot, das in Honig getunkt wird. Das soll das Leben versüßen. Auf dem Tisch liegen Früchte: Äpfel, Granatäpfel, Mandarinen und etwa eine sehr große Zitrone, die "Etrog", eine Zitrusfrucht. Das steht für eine gute Ernte, sagt die Teilnehmerin, die aus Frankfurt angereist ist.

Hebräische Texte zum Mitsingen

"Gemeinsam mit der Bevölkerung im Saarland feiern"
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 21.09.2021, Länge: 03:06 Min.]
"Gemeinsam mit der Bevölkerung im Saarland feiern"

Zuvor hatte der Kantor der Synagogengemeinde Saar, Benjamin Chait, die Segensgebete gesungen. Dabei wurde der Wein gesegnet, der zu diesem Fest getrunken wird. Auch die Gäste versuchen sich an den hebräischen Gebeten. Die Gemeinde hat die Texte extra in Lautschrift verfasst, damit alle mitsingen können. Das ist das Ziel, sagte die Vorsitzende der Synagogengemeinde Saar dem SR, Ricarda Kunger, das Fest gemeinsam mit der Bevölkerung im Saarland zu feiern.

Der Einladung gefolgt sind der Saarbrücker Oberbürgermeister, Uwe Conradt, der Direktor des Regionalverbands, Peter Gillo, sowie Kabinettsmitglieder der Landesregierung. Auch der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Roland Rixecker, ist da. Sie alle wollen in Zeiten von antisemitischen Vorfällen gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger oder auch gegen jüdische Einrichtungen ein Zeichen setzen.

Anmelden und mitfeiern

Die jüdische Gemeinde im Saarland feiert noch bis zum 28. September auf dem Saarbrücker Schlossplatz, als Teil der bundesweiten Aktion Sukkot XXL. Anlass ist das Festjahr zum Jubiläum "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".

Täglich stehen Gebete und kulturelle Veranstaltungen auf dem Programm. Jeder ist willkommen, allerdings muss man sich coronabedingt vorher bei der jüdischen Gemeinde in Saarbrücken anmelden.

Synagogengemeinde Saar
Lortzingstr. 8
66111 Saarbrücken
Fon: 0681 / 910 380
E-Mail: info@sgsaar.de


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Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 21.09.2021 berichtet.

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