Ein Mann liegt herzhaft lachend im Gras (Foto: Pixabay/yeu rodvall)

Lachen für die Gesundheit

Christian Ignatzi   24.01.2019 | 07:49 Uhr

Lachen ist gesund - und man kann es sogar lernen. Zum Beispiel bei den Lachyoga-Kursen. Warum uns intensives Lachen so gut tut? Unser Reporter Christian Ignatzi hat sich auf die Suche nach Antworten begeben.

Egal ob dreckiges Lachen, frohes Lachen, erleichtertes Lachen – eines haben alle Formen des Lachens gemeinsam, sagt die Bübingerin Daniela Kern: „Lachen ist gesund. Das hat ja die Lachforschung, die Gelotologie schon rausgefunden, dass Lachen nur positive Wirkungen auf den Körper hat.“

Daniela Kern muss es wissen. Sie gibt seit zehn Jahren Lachyogakurse. Der Inder Madan Kataria hat diese Form der Entspannung erfunden. Dabei machen die Teilnehmer Übungen, in denen sie absichtlich lachen. Oft führt das zu einer wahren Lach-Orgie, denn viele finden sich und ihre Mitlacher so ulkig, dass sie tatsächlich laut losprusten.

Endorphine und Stärkung des Immunsystems

Zweimal im Jahr finden die Kurse in Saarbrücken statt. Aber was genau macht das Lachen so gesund?

„Also durch das herzhafte, dauerhafte Lachen werden die körpereigenen Endorphine, die Glückshormone, ausgeschüttet. Lachen stärkt das Immunsystem, gerade jetzt in der Jahreszeit, wenn man viele Erkältungen hat. Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt durch dieses intensive Lachen. Die Lungenkapazität wird erhöht, Lachen hilft bei Allergien“, sagt Kern.  

Lachen ist also vergleichbar mit Ausdauersport. Herausgefunden hat das die wirklich existierende Lachwissenschaft Gelotologie. Der amerikanische Psychiater William Fry hat sie begründet, als er 1964 als erster die Auswirkungen des Lachens auf den Körper untersuchte. Angeblich entwickelte sich das Lachen schon bei Urzeitmenschen, die damit zum Ausdruck brachten, dass sie ihrem Gegenüber nichts Böses wollen.

Lachen für die Gesundheit
Audio [SR 3, (c) SR Christian Ignatzi , 24.01.2019, Länge: 03:34 Min.]
Lachen für die Gesundheit

Dabei kann so ein Lachen in seltenen Fällen sogar mit Bösem zu tun haben, oder ist der Begriff „Sich totlachen“ gar nicht so gemeint? „Es war ja auch früher eine Foltermethode, indem man die Fußsohlen gekitzelt hat, oder eine Ziege hat dran lecken lassen. Ich glaube, da steckt schon ein Fünkchen Wahrheit mit drin“, sagt Daniela Kern.

Kopf frei

Eigentlich ist Lachen aber etwas sehr Gutes. Forscher haben unter anderem herausgefunden, dass das Lachen bei Schmerzpatienten für eine Erleichterung sorgt, die mehrere Stunden halten kann. Das funktioniert auch gegen Stress, weil das Lachen Glückshormone freisetzt. Daniela Kern:

„Das Lachen geschieht im Hier und Jetzt. Da kann man Gedanken völlig ausschalten. Wenn man den Kopf völlig voll hat, durch Lachen bekommt man den Kopf völlig frei. Das ist tatsächlich so.“

Das Gehirn, sagen die Gelotologen, kann übrigens nicht unterscheiden, ob man gerade wirklich lacht, oder nur ein Lachen vorspielt. „Also selbst, wenn man nur so tut, als wenn man lacht oder lächelt, werden die gleichen positiven Eigenschaften in Gang gesetzt, wie bei einem echten Lachen.“ 

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