Ganztagsgrundschule Dellengarten (Foto: SR/Lena Schmidtke)

Ein Coronafall - zwei Klassen in Quarantäne

Lena Schmidtke   02.09.2021 | 13:00 Uhr

Am 30. August war Schulstart und schon wieder mussten Kinder in Quarantäne. Aktuell sind es im Saarland 115 Kinder - davon alleine 43 in der Ganztagsgrundschule Dellengarten in Saarbrücken – und das wegen eines positiven Corona-Falls.

Im Saarland sind die Schulen wieder im Präsenzunterricht. Zum Schutz vor Corona werden die Kinder getestet. An der Ganztagsgrundschule Dellengarten in Saarbrücken fiel ein Test positiv aus und 43 Kinder mussten in Quarantäne.

Das Mittagessen - ein Nadelöhr

Eigentlich hat ein positiver Test nicht automatisch zur Folge, dass alle aus der Klasse oder Stufe in Quarantäne müssen, aber in diesem Fall hat das Gesundheitsamt so entschieden. Der Grund: Das Kind sei beim gemeinsamen 50-minütigen Mittagessen zweier Klassen mit dabei gewesen und beim Essen werde nun mal keine Maske getragen, sagt Schulleiterin Jessica Heide. Nun sind also zwei komplette Klassen für zwei Wochen in Quarantäne.

Ganztagsgrundschule Dellengarten: Zwei Klassen für zwei Wochen in Quarantäne
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 02.09.2021, Länge: 04:31 Min.]
Ganztagsgrundschule Dellengarten: Zwei Klassen für zwei Wochen in Quarantäne
SR-Reporterin Lena Schmidtke war vor Ort und hat mit der Schulleitung und auch mit Kindern gesprochen.

An der Schule wurde viel für den Coronaschutz getan. Die Klassen sind normalerweise getrennt, über den Schulhof ist sogar ein Gummiband gespannt, um die Abgrenzung sichtbar zu machen. Es herrscht Maskenpflicht, es wird desinfiziert, aber es ist nun mal eine Ganztagsgrundschule und die Kinder, die bis zum Nachmittag in der Schule sind, müssen einfach auch mal was essen.

Das sei das "Nadelöhr", sagt die Schulleiterin. Und sie blickt mit Sorge auf den Herbst. "Selbstverständlich hab ich Bammel, weil ich kann an der Essenssituation ja nichts ändern", sagt sie. Die Schule wird nun für die Kinder, die in Quarantäne sind, wieder Online-Unterricht anbieten - und das ist natürlich mit einigem Aufwand verbunden. Und für die Kinder sei es eine Benachteiligung.

Schulleiterin plädiert für differenzierteres Vorgehen

Grundsätzlich hält Schulleiterin Jessica Heide die Massenquarantäne für etwas übertrieben. Ihrer Meinung nach sollte das Gesundheitsamt mehr differenzieren. Die Schule wisse ja, welches Kind mit wem in Kontakt sei. Ihrer Meinung nach sollten nur die direkt betroffenen Kinder heimgeschickt werden. Bei den anderen Kindern sollte es den Eltern frei gestellt werden, ob sie ihre Kinder weiter zur Schule schicken oder lieber zuhause betreuen wollen. Zudem plädiert sie dafür, dass auch Kinder sich "freitesten" können, so wie es Reiserückkehrern beispielsweise möglich ist.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 02.09.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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