Schild "Schwimmer/Nichtschwimmer" im Freibad Riegelsberg (Foto: SR / Lena Schmidtke)

Wie sich Rettungskräfte und Badegäste auf Hochsaison vorbereiten

Lena Schmidtke / Onlinefassung: Jil Kalmes   25.06.2022 | 11:06 Uhr

Sommerzeit ist Schwimmzeit – egal ob im Schwimmbad, am See oder im Pool zuhause. Wasser zieht uns magisch an, es kann aber auch schnell gefährlich werden. Vor allem weil immer weniger Menschen richtig schwimmen können. SR 3-Reporterin Lena Schmidtke hat Bademeister und Rettungsschwimmer im Freibad Riegelsberg besucht und geschaut, wie sie sich auf die Hochsaison vorbereiten.

2021 sind laut DLRG in Deutschland fast 300 Menschen ertrunken. Auch viele Kinder können nicht mehr richtig schwimmen – nur 40 Prozent der Zehnjährigen sind im Wasser sicher unterwegs. Bademeister und Rettungsschwimmer sind deshalb vor allem in den Sommermonaten besonders gefragt.

Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen

Schwimmmeisterin Siliva Hendle macht ihren Beruf bereits seit 35 Jahren, trotzdem muss auch sie das Rettungsschwimmen immer wieder trainieren. Dazu springt sie mit einem Rettungsboard ins Wasser des Riegelsberger Freibades und schwimmt zu einem scheinbar untergehendem Mann. Nach knapp 30 Sekunden ist der Mann wieder heil am Beckenrand.

Rettungsschwimmer in Riegelsberg
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 25.06.2022, Länge: 02:36 Min.]
Rettungsschwimmer in Riegelsberg

Dass das heute so schnell geht, ist das Resultat jahrelanger Übung. Die Ausbildung zur Rettungsschwimmerin dauert zweieinhalb Jahre und auch danach ist ständiges Training wichtig. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen.

Sie habe zum Beispiel mal ein zweieinhalb-jähriges Kind retten müssen, das schon bewusstlos am Beckenboden gelegen habe, erinnert sie sich. "Es ist schon immer ein Schock, wenn ich reinspringe, aber dann läuft das, was ich gelernt habe, einfach ab wie ein Film im Kopf."

Und auch die Angst spiele manchmal mit, sagt sie. Denn es gibt Situationen, die für die Retter gefährlich werden können. Zum Beispiel, wenn sich jemand an sie klammert. Dann ist die in der Ausbildung gelernte Technik überlebenswichtig.

Kostenloses Schwimmabzeichen am "Tag des Schwimmens" möglich

Damit Rettungsschwimmer gar nicht erst eingreifen müssen, sollen Kinder früh schwimmen lernen. Das geht am "Tag des Schwimmens" am 26. Juni sogar besonders günstig. In über 20 Bäder im Saarland gibt es die Möglichkeit, ein kostenloses Schwimmabzeichen zu machen. Informationen zu allen teilnehmenden Bädern gibt es beim Landesinstitut für Präventives Handeln.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 25.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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