Smartphone-Fasten (Foto: dpa)

Kreatives Fasten

Mit Informationen von Lena Schmidtke   27.02.2020 | 11:16 Uhr

Keine Süßigkeiten, fettiges Essen oder Alkohol – darauf verzichten wohl die meisten Menschen in der Fastenzeit. Etwas kreativer ist da schon: Smartphone und Fernsehen sein lassen, keine Lügen erzählen und nicht immer bis in die Puppen schlafen. Aber, es gibt noch viel mehr ungewöhnliche Fastenideen.

„Der Sinn des Fastens ist ja, sich seiner Abhängigkeit von etwas bewusster zu werden“, erklärt Life-Coach Roland Kopp-Wichmann. Und oft sind wir uns unserer künstlichen Abhängigkeit gar nicht bewusst.

Erwartungen fasten

Kreatives Fasten
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 27.02.2020, Länge: 04:00 Min.]
Kreatives Fasten

So hat zum Beispiel jeder Mensch Erwartungen. „Denn Ihre Erwartungen sind einfach nur Ihre Wünsche, wie etwas sein sollte. Und andere Menschen haben vielleicht ganz andere Erwartungen. Die sind genauso in Ordnung.“ Deswegen: einfach mal Erwartungen fasten – für eine Woche, und dann eventuell verlängern.

Genauso geht es mit negativen Bewertungen, erklärt Kopp-Wichmann. Stattdessen: Gefällt mir nicht. Das sei, streng genommen, keine Bewertung, sondern eine Gefühlsäußerung, die niemand bestreiten könne. „Der Unterschied zur Bewertung ist, dass ich mit ‚Gefällt mir‘ auch etwas über mich aussage. Über mein Wissen, meinen Geschmack, meine Vorlieben. Mit einer negativen Bewertung drücke ich natürlich auch einiges über mich selbst aus, aber da ich über eine Sache urteile, klingt es gleich objektiver.“

Einfach mal was zugeben

Eine weitere Fastenidee: auf Ausreden verzichten und einfach mal was zugeben – kostet Überwindung, aber wir stehen damit zu uns selbst. Außerdem könnten wir das Jammern sein lassen, Schimpfwörter fasten oder aufs Rechthaben verzichten. Denn, so Kopp-Wichmann: „Es sind völlig subjektive Ansichten. Sie oder er findet Bio-Äpfel besser als Supermarktware? Geben Sie nach! Probieren Sie’s mit: vielleicht hast du Recht.“

Und vielleicht können wir auch aufs Aufheben verzichten. Schreibtisch, Kleiderschrank oder Keller entrümpeln – sich genau überlegen: brauche ich das wirklich? Und obwohl wir dann etwas wegwerfen, gewinnen wir damit etwas. „Platz, Ordnung, freie Flächen. Das befriedigende Gefühl, sich nicht mehr mit etwas zu belasten, was ihnen nichts mehr nutzt.“

Erwartungen fasten, keine Schimpfwörter benutzen, aufs Rechthaben verzichten – Fasten geht auf ganz unterschiedliche Weise, da können wir ganz kreativ werden.

Über dieses Thema haben auch die Bunten Funkminuten vom 27.02.2020 berichtet.

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