Narben erinnern an eine überstandene Skabies-Erkrankung (Foto: dpa/Henning Kaiser)

Krätze auf dem Vormarsch

Simin Sadeghi   07.05.2019 | 16:15 Uhr

Es juckt, brennt und tut weh: Die Krätze ist eine Krankheit, von der man länger nichts mehr gehört hat, aber es gibt sie immer noch. In Schulen, Altenheimen und Kindergärten im Regionalverband Saarbrücken steigt die Zahl der Krätzeerkrankungen seit einigen Jahren wieder an. Allein 43 Fälle wurden diesem Jahr dem Gesundheitsamt gemeldet. Die anderen Landkreise im Saarland melden ebenfalls einen Anstieg. Die Turmschule in Dudweiler war in diesem Jahr gleich zweimal betroffen. Eine Mutter beschwert sich, dass dort zu wenig gegen die Krätze getan wird. SR-Reporterin Simin Sadeghi hat nachgefragt.

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Krätzefälle im Saarland
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 07.05.2019, Länge: 03:08 Min.]
Krätzefälle im Saarland

Roter Ausschlag an Händen, Achseln und Kniebeugen, teilweise Bläschen oder Pusteln, die jucken und brennen – wer solche Symptome zeigt, der sollte sich auf Krätze untersuchen lassen. Das tückische an der Krankheit: Wenn sie nicht richtig behandelt wird, kann sie schnell wieder kommen. So auch bei zwei Schülern in der Turmschule Dudweiler.

Meldepflicht für Schulen

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Wenn so ein Kätzefall auftritt, muss die Schule das dem Gesundheitsamt melden. Die Kinder dürfen in der Zeit nicht in den Unterricht und erst mit ärztlicher Erlaubnis wieder in die Schule. Trotzdem ist die Krätze in der Turmschule zurückgekommen. Es werden nicht genug dagegen gemacht, so der Vorwurf einer der Mutter. Rektorin Natalie Koch kann die Sorge der Eltern nachvollziehen, den Vorwurf gegen die Schule weist sie aber zurück. Es würden alle vorgeschriebenen Maßnahmen durchgeführt. Es werde alles von Grund auf gereinigt um die Parasiten zu eleminieren.

Zwischen drei und fünf Minuten brauchen die Milben um von einem Mensch auf den anderen zu wandern. Deswegen sind Kindergärten und Grundschulen häufiger betroffen, weil die Kinder hier mehr Körperkontakt haben. Die ursprüngliche Ansteckung erfolge aber eher in der Familie oder im privaten Umfeld der Kinder, sagt Ulrike Schiedermaier vom Gesundheitsamt des Regionalverbandes.

Es kann jeden treffen

Wo auch immer das Kind sich angesteckt hat: Wichtig ist aber: eine konsequente Behandlung. und man selbst die Krätze hat, sei eine konsequente Behandlung. Und wichtig ist auch zu wissen: Krätze ist nicht gleichbedeutend mit mangelnder Hygiene. Es kann jeden treffen.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 07.05.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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