Kommentar: "Es sollte ein Aufruf an uns alle sein"

"Es sollte ein Aufruf an uns alle sein"

Ein Kommentar von Dorothee Scharner zur Protestbewegung 'Fridays for Future'   08.03.2019 | 11:25 Uhr

Nach den beiden Demonstrationen in Saarbrücken und Saarlouis hatte die Protestbewegung "Fridays for Future" zum nächsten Schülerstreik aufgerufen. Am 8. März demonstrierten rund 270 Schüler und Studenten auch in Wadern für mehr Klimaschutz. Dies sollte ein Aufrauf an uns alle sein, findet SR-Reporterin Dorothee Scharner in ihrem Kommentar.

Vielen Dank, liebe Schülerinnen und Schüler! Vielen Dank dafür, dass ihr unseren Job macht. Dass ihr euch für etwas einsetzt, was uns alle angeht. Wofür wir alle auf die Straße gehen sollten: eine bessere, wirkungsvolle Klimapolitik. Es sollte ein Aufruf an uns alle sein: Wir dürfen die Schüler nicht alleine lassen im Kampf gegen den Klimawandel.

"Merkel versteckt sich"

Es kann nicht sein, dass Bundeskanzlerin Merkel sich hinstellt und die Schüler für ihr Engagement lobt, obwohl sie und ihre Regierung maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass Deutschland die selbst gesteckten Klimaschutzziele nicht erreicht. Merkel versteckt sich hinter dem Engagement der Schülerinnen und Schüler.

Nebenkriegsschauplatz Streikrecht

Wadern
"Fridays for Future"
Am 8. März ging die Schülerbewegung "Fridays for Future" im Saarland in die nächste Runde. In Wadern hatten die Schüler zum Streik für die Klimapolitik aufgerufen.

Aber tun wir das nicht alle? Sie sind bequem für uns - die „Fridays for future“. Gut, dass mal jemand was macht – ohne dass es uns wirklich weh tut. Wir streiten darüber, ob Schüler streiken dürfen, ob Lehrer das bestrafen sollen. Damit machen wir es uns und der Politik zu einfach. Die Frage an die saarländische Landesregierung ist doch nicht, ob sie streikende Schüler bestraft. Besser kann es für die Politiker gerade gar nicht sein, als dass wir uns mit diesen Nebenkriegsschauplätzen aufhalten.

Was ist mit der Forderung der Schüler, dass der Klimawandel stärker im Unterricht behandelt werden soll? Welche Maßnahmen ergreift die saarländische Landesregierung gegen den Klimawandel? Diese Fragen müssen wir stellen!

"Wir dürfen die Schüler nicht alleine lassen"

Und auch wir, Eltern, Großeltern, alle Erwachsenen dürfen die Schüler nicht alleine lassen mit ihrem Protest. Bundesweit gründen sich gerade Gruppen „Parents for Future“ - Eltern für die Zukunft. Auch Wissenschaftler unterstützen die Proteste der Kinder mittlerweile. Das muss sein. Wir alle müssen auf die Straße. Der Klimawandel geht uns alle an. Wir alle müssen die Politik zwingen, zu handeln.

Und wir alle müssen uns fragen, was wir dagegen tun können. Welche Einschnitte wir bereit sind, hinzunehmen, welche Opfer wir bringen wollen. Für unsere Zukunft und für die Zukunft der Kinder.

Ein Thema auch in der "Region am Nachmittag" vom 08.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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