Kleingarten in der Anlage Mockenhübel im Deutsch- Französischen Garten (Foto: SR/Nadja Dominik)

Der eigene Kleingarten ist gefragt wie nie

Lisa Krauser   11.06.2022 | 09:50 Uhr

Was gibt es Schöneres, als sein eigenes Gemüse anzupflanzen? Vor allem bei den aktuellen Lebensmittelpreisen im Supermarkt. Kein Wunder, dass immer mehr Leute sich Hochbeete zulegen oder auf der Suche nach einem kleinen Garten sind. Die Warteliste für Schreber- und Kleingärten ist seit der Pandemie ziemlich lang und wird, jetzt, wo alles teurer wird, noch länger.

Bohnen, Stangenbohnen, Bohnenkraut, rote Beete, Gurken, Paprika, Tomaten, Salat, Lauch: Robert Lamboley verbringt jede freie Minute in seinem Kleingarten. Der Rentner hegt und pflegt ihn wie einen Schatz, und das seit 1979. Damals war die Nachfrage nach Kleingärten noch nicht so groß. Derzeit steige sie enorm an, sagt er.

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Kleingärten derzeit heftig nachgefragt
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 11.06.2022, Länge: 04:02 Min.]
Kleingärten derzeit heftig nachgefragt
Was gibt es Schöneres, als sein eigenes Gemüse anzupflanzen? Vor allem bei den aktuellen Lebensmittelpreisen im Supermarkt. Kein Wunder, dass immer mehr Leute sich Hochbeete zulegen oder auf der Suche nach einem kleinen Garten sind. Die Warteliste für Schreber- und Kleingärten ist seit der Pandemie ziemlich lang und wird, jetzt, wo alles teurer wird, noch länger.

Nachfrage stark gestiegen

Lamboley war viele Jahre Vorsitzender des Saarlouiser Kleingartenvereins. Dort gibt es 50 Gärten und 55 Anwärter.

Die Nachfrage sei besonders in den vergangenen Monaten gestiegen, sagt er. Das hängt für ihn mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine zusammen. „Die Leute wollen Sicherheit haben. Sie gehen heute in ein Geschäft und kriegen nicht mehr alles. Und es ist sehr teuer geworden.“

Der Vorteil des Gemüseanbaus im eigenen Garten oder Kleingarten sei eben nicht nur der Geschmack, mein Lamboley, sondern auch, dass alles, was nicht direkt gegessen werde, eingefroren oder eingemacht werden könne.

Gärtnern ohne Garten

Pietro Tornabene ist der älteste Gärtner im Kleingartenverein Saarlouis. Er baut hier seit den 70er Jahren Gemüse an. Wer keinen oder noch keinen Kleingarten habe, meint Pietro, könne sich auf Hochbeete oder den eigenen Balkon oder die Fensterbank verlegen. Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Thymian, Rosmarin gehen im Prinzip überall, auch Minze, Salbei  oder Basilikum.

Immer beliebter werden auch Schnitt- und Pflücksalate. Die brauchen nicht viel Platz. Platzsparend sind auch kleine Paprika oder Chili-Pflanzen. Ebenfalls auch Balkon- oder Fensterbankfreundlich sind Erdbeeren. Sie wachsen niedrig und brauchen wenig Platz.

Pflanzsäcke für Kartoffeln

Für Tomaten braucht es zumindest einen kleinen Balkon, am besten Richtung Süden, oder einen sonnigen Innenhof. Hier stehen die Erfolgschancen besonders gut, wenn sie überdacht sind und keinen Regen abbekommen.

Am besten ist Gemüse in Tontöpfen aufgehoben, sagt Robert Lamboley, weil sie die Feuchtigkeit gut speichern. „Das zieht dann in den Ton ein und wenn es trockener wird, zieht die Pflanze auf dem Ton wieder die Feuchtigkeit raus. Und zieht auch schöner aus.“ Experimentierfreudige können sogar Kartoffeln auf dem Balkon anbauen. Dafür gibt es spezielle Pflanzsäcke.

Wie zum Kleingarten kommen?

Eine kleine Parzelle im Grünen - ein Traum von vielen. Wer ein solches grünes Kleinod ergattern will, der muss auf jeden Fall Mitglied im Kleingartenverband sein. Und dann heißt es warten. Es könnten schon mal bis zu 20 Interessenten auf einer Warteliste stehen, sagte Wolfgang Kasper, der Landesvorsitzende des Kleingartenverbandes SR 3.

Die Pacht eines Kleingartens ist vergleichsweise günstig - und das ist gewollt. Man möchte vor allem Familien und sozial Benachteiligte ansprechen, sagt Kasper. Für einen Pachtgarten von 300 Quadrametern in Saarbrücken bezahle man eine Pacht von 63 Euro im Jahr.

Die Kleingartenanlage im DFG

Was die Wenigsten vermutlich wissen: Auch im Deutsch-Französischen-Garten (DFG) in Saarbrücken gibt es eine Kleingartenanlage: die Mockenhübel-Kleingartenanlage. Sie ist etwas ganz besonderes. Sie wurde zur Einweihung der Gartenschau im Jahre 1960 als Musteranlage im Deutsch-Französischen-Garten gebaut und ist heute denkmalgeschützt.

Auch bei der Mockenhübel-Anlage ist die Warteliste für eine Pacht natürlich lang. Die Grundstücke dort sind zwischen 220 und 450 Quadratmeter groß. Das bringt einiges an Arbeit mit sich - nicht zuletzt, weil es Bewirtschaftungsregeln gibt. Da viele der Pächter inzwischen in die Jahre gekommen sind und ihnen die Arbeit zuviel wird, werden in der Mockenhübel-Anlage deshalb auch immer mal wieder kurzfristig Grundstücke frei. Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 11.06.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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