Arbeitsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen (Foto: picture alliance / dpa | Daniel Karmann)

Bundeskongress der Werkstätten für behinderte Menschen

Sarah Sassou   17.05.2022 | 16:30 Uhr

Vom 31. Mai bis zum 2. Juni findet in Saarbrücken der Bundeskongress der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen statt. Ein Kongress, bei dem es darum geht, sich auszutauschen, über Strategien zu sprechen, aber auch neueste Entwicklungen ins Visier zu nehmen wie beispielsweise KI-Assistenzsysteme für Menschen mit Behinderungen.

In der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen haben sich die mehr als 700 Werkstätten bundesweit zusammengeschlossen. Mehr als 320.000 Menschen mit Behinderung arbeiten dort.

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Bundeskongress der der Werkstätten für behinderte Menschen
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 17.05.2022, Länge: 03:04 Min.]
Bundeskongress der der Werkstätten für behinderte Menschen

Die Werkstätten seien dazu da, "Menschen, die keine Arbeitsmarktfähigkeit haben, eine Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen", und das habe auch etwas mit Stolz zu tun, sagt Martin Berg, der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft.

In den Werkstätten werden Aufträge bearbeitet, auch aus der Industrie. Und es wird damit Geld verdient, wenn auch nicht üppig - Geld, um die Mitarbeitenden zu bezahlen.

Digitalisierung als Hilfe am Arbeitsplatz

Eines der großen Themen bei den Werkstätten ist zurzeit die Digitalisierung, denn sie kann den Mitarbeitenden die Arbeit erleichtern - so zum Beispiel der Beamer, der die Umrisse von Schrauben, Muttern und anderen Metallbauteilen auf die Tischplatte projiziert, an der Nicole arbeitet. Sie findet das prima, denn so kann sie gleich sehen, welche Metallteile sie in welcher Menge in eine Tüte packen soll.

Das Ganze ist ein Prototyp, entwickelt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken. Die Idee dazu stammt von Forscher Mathias Jost. Er hat selbst mal als Praktikant in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gearbeitet.

Die Anleitungen für die Mitarbeitenden werden in den Werkstätten bislang immer von Hand erstellt - ziemlich umständlich, für alle Beteiligten. Die Digitalisierung bietet also auch in diesem Bereich Möglichkeiten, die Arbeit zu erleichtern.

Bundesweiter Austausch der Werkstätten

Vom 31. Mai bis 2. Juni findet in Saarbrücken nun der diesjährige Bundeskongress der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen e.V. statt, der "Werkstätten:Tag 2022". Das Motto: "Digitaler Wandel in Werkstätten".

Diese Treffen seien einfach wichtig, um sich auszutauschen, sagt Berg. Es gehe darum, bundesweit bei der Inklusion im Arbeitsbereich, aber auch in der Bildung, eine gleiche Entwicklung zu erreichen.

Bessere Entgelteregelung

Auch das Thema der Entgelteregelung wird bei dem Bundeskongress eine große Rolle spielen, denn bisher können Mitarbeitende mit Behinderung von ihrem Verdienst allein nicht leben, brauchen staatliche Unterstützung. Das müsse sich unbedingt ändern, sagt der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Saarland, Rüdiger Clemens.

Öffentlichkeit schaffen

Neben dem Austausch soll das Treffen in Saarbrücken auch dazu dienen, die Werkstätten, und vor allem die Menschen, die dort arbeiten, mehr ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Deshalb gibt es neben den Fachvorträgen und Workshops in der Congresshalle auch Aktionen in der Saarbrücker Innenstadt.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 17.05.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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