Gefangene Katze im Käfig (Foto: Katzenhilfe Schmelz)

Tierschützerinnen im Einsatz gegen die Katzenschwemme

mit Informationen von Simin Sadeghi   31.05.2022 | 11:17 Uhr

Die Katzenschwemme - also die unkontrollierte Fortpflanzung von Katzen - ist seit Jahren ein Problem im Saarland. Die sogenannte Katzenkastrationspflicht soll das ändern. Seit anderthalb Jahren gibt es sie und ermöglicht Tierschutzvereinen mehr Eigenständigkeit beim Fangen und Kastrieren.

Auf dem Bauernhof in Eiweiler leben 18 herren- bzw. frauenlose Katzen. Damit gilt der Hof als Katzenhotspot und fällt unter die Kastrationspflicht - eine Verordnung die bereits seit knapp anderthalb Jahren gilt. Im Saarland gibt es mindestens 50 solcher Hotspots. Seit der Einführung der Kastrationspflicht habe sich die Lage aber merklich verbessert und die Hotspots seien weniger geworden, sagt Beatrice Speicher-Spengler vom Deutschen Tierschutzbund im Saarland.

Katzenkastrationspflicht: Unterwegs mit Tierschützerinnen
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 31.05.2022, Länge: 05:17 Min.]
Katzenkastrationspflicht: Unterwegs mit Tierschützerinnen

Wie gehen die Tierschützerinnen vor?

Die Katzen werden mit großen Fallen gefangen in denen Nassfutter als Lockmittel verwendet wird. Im Gegensatz zum händischen Fangen bedeutet diese Methode für Mensch und Tier weniger Stress und weniger Gefahr.

Wenn eine Katze in die Falle gegangen ist, komme sofort ein Tuch darüber, sagt Carmen Biesel von der Katzenhilfe Schmelz. Es gehe darum, den Stress für das Tier so gering wie möglich zu halten.

Als erstes wird dann geprüft, ob die Katze möglicherweise nur ein Freigänger ist, also einen Besitzer hat. Das lässt sich beispielsweise durch ein Tattoo im Ohr erkennen. Ist das der Fall, wird sie wieder frei gelassen.

Wenn keine Markierung zu sehen ist, kommt die Katze zum Tierarzt. Der schaut dann nach, ob vielleicht ein Chip vorhanden ist und kastriert die Katze, falls nötig dann in seiner Praxis.

Unterstützung vom Umweltministerium

Die Katzenhilfe Schmelz hat letztes Jahr etwa 250 Katzen gefangen und kastrieren lassen. Damit trägt der Verein einen wichtigen Teil zur Bekämpfung der Katzenschwemme bei. Doch die Kosten steigen immer weiter an und belasten die Vereine. Deswegen wurde ein Fonds vom saarländischen Umweltministerium eingerichtet. Er steht für zwei Jahre zur Verfügung und soll die Tierschutzverbände bei ihrer Arbeit unterstützen.

Ein Thema in der Sendung "Bunte Funkminuten" am 31.05.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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