Personen werfen Schatten an die Wand neben einem Kruzifix (Foto: dpa/Harald Tittel)

"Die Taten, die geschehen sind, sind unverzeihbar"

Interview: Gerd Heger   25.06.2020 | 12:15 Uhr

Im Bistum Trier ist am Donnerstag offiziell die Aufarbeitung der hiesigen Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kriche durch Opfervertreter, Experten und Kirchenvertreter gestartet. Im SR-Interview formuliert Bernd - in seiner Schulzeit in St. Wendel selbst Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Priester -, welche Erwartungen er an die Aufarbeitung hat.

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"Die Taten, die geschehen sind, sind unverzeihbar"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 25.06.2020, Länge: 03:14 Min.]
"Die Taten, die geschehen sind, sind unverzeihbar"

Er sei gespannt, was bei der Aufarbeitung herauskomme, sagt Bernd. Bisher sei nie darauf geschaut worden, welche Strukturen in der katholischen Kirche den Missbrauch überhaupt möglich gemacht hätten, "dass Täter das tun konnten, dass die Taten vertuscht wurden, dass Täter versetzt wurden", sagt er. Aber da solle es nun ja eine Veränderung geben.

Bernds Erwartung an die Aufarbeitung: "Es sollte die Verantwortung der Kirche klar herausgearbeitet werden. Dass es nicht Einzeltäter sind, von denen immer die Rede ist, sondern dass die Kirche als solche versagt hat." Zudem sollten die Betroffenen nicht mehr wie Bittsteller abgespeist werden, sondern tatsächlich Entschädigungen gezahlt werden. Er hoffe, dass bei der Aufarbeitung auch auf die Orden geschaut werde.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 25.06.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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