Spargel auf dem Feld (Foto: SR)

Johannistag am 24. Juni

Oliver Buchholz   24.06.2020 | 07:00 Uhr

Die Spargel- und die Rhabarberernte sind beendet! Warum? Es ist Johannistag, der 24. Juni. Aber was hat das mit Ernte zu tun? Pflanzen haben doch keinen Kalender? SR 3-Reporter Oliver Buchholz kennt sich mit dem Brauchtum zum Johannistag aus.

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Brauchtum rund um den Johannistag
[SR 3, Oliver Buchholz, 24.06.2020, Länge: 04:01 Min.]
Brauchtum rund um den Johannistag

Der 24. Juni markierte über Jahrhunderte für Christen den Beginn des Sommers, genauso wie der 24. Dezember den Winter einläutete, die beiden Tage sind eng miteinander verbunden.

Großes Brauchtum

Johannisfeuer (Foto: pixabay)
Johannisfeuer

Wie an Weihnachten gab es auch rund um den 24. Juni viele Bräuche, so zum Beispiel das sogenannte Johannisfeuer: "Wenn das Feuer runtergebrannt war, dann trieb man das Vieh durch dieses Feuer durch", erzählt Volkskundler Gunther Altenkirch aus Rubenheim. So sollte das Vieh von bösen Geistern befreit werden, damit es "verschont von allen möglichen Erkrankungen" in den Sommer gehen konnte. Auch junge Paare mussten durch das Feuer springen um Streit und Zwistigkeiten vorzubeugen.

Stichtag in der Landwirtschaft

In der Welt der Landwirtschaft hat sich das Datum ein wenig erhalten. So endet am 24. Juni etwa die Spargelernte, weiß auch Botaniker Wolfgang Stein von der Saar-Uni: "Der Spargel muss dann ruhen. [...] Er muss sich auswachsen und erholen." Zum nächsten Frost, so heißt es, habe der Spargel dann nochmal 100 Tage Zeit, "um nächstes Jahr wieder Sprosse zu machen". Deshalb sollte man auch dem Rhabarber ab dem Johannistag Zeit zur Erholung lassen.

Johanniskraut (Foto: Oliver Buchholz)
Johanniskraut

Mit dem 24. Juni sind noch andere Pflanzen verbunden, die Johannisbeere erlangt nicht zufällig um diese Zeit ihre Reife. Eine weitere Pflanze, die lange Tage und viel Sonne braucht ist das Johanniskraut, das jetzt blüht. Der Name kommt natürlich nicht von ungefähr. Wenn man die gelbe Blüte zwischen den Fingernägeln zerdrückt, kommt ein kleiner roter Tropfen zum Vorschein. Er wurde früher als Blut des Johannes des Täufers gedeutet. Die Pflanze wurde zum Färben und bis heute noch als Tee verwendet. Aber auch für Nicht-Teetrinker ist das gelbblühende Kraut am Wegesrand ein sicheres Zeichen dafür, dass jetzt Sommer ist!

Ein Thema in "Guten Morgen" am 24.06.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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