Niedergeschlagene Frau am Telefon (Foto: dpa)

Ängste und Einsamkeit haben 2020 zugenommen

Eva Lippold   26.04.2021 | 12:45 Uhr

Mehr Angst, mehr Einsamkeit, mehr Beratungsbedarf: Die katholisch-evangelische Telefonseelsorge Saar hat ihren Jahresbericht für das Pandemie-Jahr 2020 vorgelegt und verzeichnet deutlich mehr Anrufe und Beratungssuchende als im Vorjahr. Die Probleme der Hilfesuchenden seien gravierender geworden und besonders Ängste haben im Jahr 2020 bei den Menschen deutlich zugenommen.

Angst hat eigentlich eine sehr wichtige Funktion. Sie schützt uns davor, Dinge zu tun, die gefährlich sind. Aber es begleiten uns immer mehr Ängste im Alltag, sagt die TelefonSeelsorge Saar, die am 26. April ihren Bericht für das vergangene Jahr 2020 vorgelegt hat.

Video [aktueller bericht, 26.04.2021, Länge: 2:20 Min.]
Mehr Menschen wenden sich an Telefonseelsorge

Angst war im Coronajahr 2020 dann auch das bestimmende Thema. Angst, die sich körperlich mit erhöhtem Puls, schneller Atmung, Herzklopfen und Schwitzen äußert und mit dem Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit einhergeht. Sie habe mit der Pandemie deutlich zugenommen, berichten die 80 ehrenamtlichen Mitarbeiter der evangelisch-katholischen Telefonseelsorge Saar.

Angst - ein großes Thema auch bei Jüngeren

Telefonseelsorge : Mehr Gesprächsbedarf durch Corona
Audio [SR 3, Eva Lippold, 26.04.2021, Länge: 03:07 Min.]
Telefonseelsorge : Mehr Gesprächsbedarf durch Corona

In der persönlichen Beratung war Angst bei über einem Drittel der Anlass für die Beratungssuche, im Jahr vor der Pandemie war es noch ein Fünftel. Bei den Unter-30-Jährigen gaben sogar 46 Prozent der Ratsuchenden an, unter Ängsten zu leiden. Offenbar haben Zukunftsängste und der fehlende Austausch mit Gleichaltrigen während des Lockdowns besonders bei jungen Menschen dieses Gefühl deutlich verstärkt.

Ein weiteres bestimmendes Thema, besonders in den ersten Monaten der Pandemie, war die Einsamkeit. Mit 27 Prozent blieb sie bei den Anrufern sogar der Hauptanlass, gefolgt von Ängsten (15 Prozent) und familiären Problemen (14 Prozent).

Insgesamt verzeichnete die Telefonseelsorge im Jahr 2020 über 13.300 Anrufe und 11.500 Telefonberatungen - 2500 mehr als noch im Vorjahr. Dazu kommen fast 600 persönliche Beratungsgespräche. 


Wer sich engagieren möchte


Ein Mann telefoniert (Foto: dpa)

Wer Sie sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit bei der evangelisch-katholischen TelefonSeelsorge Saar interessieren: Nach den Sommerferien startet eine neue Ausbildungsgruppe, für die man sich jetzt bewerben kann.

Vorab-Informationsveranstaltungen
Am Dienstag, 4. Mai 2021, findet um 18.00 Uhr ein digitaler Infoabend über die Videoplattform Zoom statt. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich an das Sekretariat der TelefonSeelsorge Saar wenden:
Telefon: (0681) 9686922 oder E-Mail bewerbung@telefonseelsorge-saar.de 

Sofern es die Corona-Pandemie zulässt, findet am Mittwoch, 9. Juni um 18.00 Uhr in der VHS Saarbrücken am Schlossplatz 2 eine Präsenz-Infoveranstaltung statt.

Weitere Informationen: www.telefonseelorge-saar.de


Das Broken-Heart-Syndrom


Das Broken-Heart-Syndrom
Wenn einem das Herz bricht
Ein gebrochenes Herz – das gibt es nicht nur in Liedern, Büchern und Filmen. Ein gebrochens Herz ist tatsächlich eine Krankheit. Und sie hat auch einen Namen: das Broken-Heart-Syndrom, das im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Und sie wird ausgelöst durch traumatische Erlebnisse.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 26.04.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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