Kästchen mit Drogennotfallprophylaxe (Foto: SR)

Naloxon-Modellprojekt geht in Regelbetrieb über

Interview Simin Sadeghi / Stephan Kolling   21.07.2021 | 15:58 Uhr

Der Drogenkonsum ist im Saarland weiterhin ein großes Problem - immer wieder sterben Menschen an einer Überdosis. Seit einiger Zeit kommt im Saarland dagegen ein Notfall-Set mit Naloxon zum Einsatz. Das Modellprojekt soll nun im Regelbetrieb weitergeführt werden, teilte er Landesdrogenbeauftragte und Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling mit.

Notfall-Set Naloxon bei Überdosis: Modellprojekt geht in Regelbetrieb über
Audio [SR 3, Interview Simin Sadeghi / Stephan Kolling, 21.07.2021, Länge: 03:58 Min.]
Notfall-Set Naloxon bei Überdosis: Modellprojekt geht in Regelbetrieb über

Naloxon ist ein Gegenmittel. Es wird verabreicht, wenn jemand sich eine Überdosis Drogen genommen hat. Mit Naloxon kann dann jemand wiederbelebt oder am Leben gehalten werden. Das kann laut Stephan Kolling (CDU) von jedem Laien angewendet werden, sofern er eine Schulung erhalten hat. Im Rahmen des Modellprojektes wurden 54 Personen geschult - und 13 Menschenleben gerettet. "Da hat sich der Einsatz gelohnt", so Kolling.

Das Notfall-Set wird an Menschen im Umfeld der Abhängigen verteilt. Im Ernstfall wird Naloxon also durch Angehörige, Betreuer oder Freunde verabreicht. Für Kolling ist es ein wichtiger Baustein der Drogen-Notfall-Vorsorge.

Substitutionszentrum in der Planung

Das Set alleine reicht aber nicht aus. Im Saarland wurde die Suchtprävention gemeinsam mit den Landkreisen neu geordnet. In den vergangenen beiden Jahren seien jeweils 200.000 Euro mehr in den Haushalt eingestellt worden. Mittlerweile liege die Summe für die Suchtkrankenhilfe im Saarland bei mehr als 2,2 Millionen Euro.

Neben dem Naloxon-Projekt gebe es auch die Beratungsstellen. Weiterhin brauche das Saarland aber so genannte "Substitutionsärzte". Dabei geht es um Ersatzmittel für die harten Drogen. Doch diese Ärzte seien ein rares Gut. Eine Lösung könne sein, ein eigenes Zentrum in der Nähe des Drogenhilfezentrums einzurichten. Entsprechende Pläne würden derzeit erstellt. Sobald der Aufsichtsrat das unterstütze, werde das Land sich auch beteiligen.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 21.07.2021 berichtet.

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