Eine Schwarzmaul-Grundel  (Foto: picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Immer mehr gebietsfremde Tierarten im Saarland

Julia Becker / Onlinefassung: Anne Staut   05.11.2019 | 12:56 Uhr

Neobiota oder Neubürger heißen Arten, die nicht bei uns heimisch sind, sich aber trotzdem im Saarland angesiedelt haben. Vor allem durch den Welthandel mit Schiffen nimmt die Zahl dieser Arten immer mehr zu. Das Problem ist deshalb im Wasser auch größer als an Land.

Vor allem in Gewässern gebietsfremde Arten
Audio [SR 3, Julia Becker, 05.11.2019, Länge: 01:54 Min.]
Vor allem in Gewässern gebietsfremde Arten

Angler sorgen nicht nur für leckeren Fisch auf dem Teller, sie kümmern sich auch um die Gewässer und die Tiere, die darin leben. Ein Problem in saarländischen Flüssen ist zurzeit die Grundel, sagt Bernd Höhn vom Fischereiverband Saar – weil sie sich stark vermehrt und die Eier anderer Fische stiehlt. Deshalb gibt es das sogenannte Grundelfischen, bei denen speziell diese invasive Art gefischt wird.

Weil sie sehr klein sind, sind die Grundeln für Menschen keine idealen Speisefische. Aber zumindest andere Fische in der Saar wie Zander oder Aale profitieren laut Andreas Schneiderlöchner vom Fischereiverband von den Grundeln.

Gute Lebensbedingungen durch Klimawandel

Fremde Tierarten siedeln sich im Saarland an
Audio [SR 3, Julia Becker, 05.11.2019, Länge: 02:24 Min.]
Fremde Tierarten siedeln sich im Saarland an

Auch andere Tiere bereiten unseren einheimischen Arten Probleme. So drängen zum Beispiel amerikanische Arten die einheimischen Krebse im Saarland immer weiter zurück. Der Fischereiverband hilft deshalb, diese einheimischen Arten zu erhalten. Eine Möglichkeit besteht darin, einheimische Krebse aus Biotopen wieder anzusiedeln. Dafür werden die Gewässer, in denen die Krebse angesiedelt werden sollen, zuvor mithilfe von Wasserproben auf invasive Krebsarten untersucht.

Auch wenn Naturschützer und Tierfreunde sich für den Erhalt einheimischer Arten einsetzen und dafür sorgen, dass die Neobiota nicht überhand nehmen, werden die invasiven Arten nicht mehr ganz verschwinden. Ein Grund dafür ist auch der Klimawandel: Da die Sommer immer wärmer werden, überleben Arten, die eigentlich im Süden heimisch sind, auch im Saarland problemlos.

Über dieses Thema wurde auch in den "Bunten Funkminuten" vom 05.11.2019 berichtet.

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