"Wir brauchen mehr Personal"

"Wir brauchen mehr Personal"

Dorothee Scharner im Gespräch mit Michael Quetting, Pflegebeauftragter von Verdi Saar

Onlinefassung: Raphael Klein   05.06.2019 | 12:25 Uhr

Hunderte Pflegekräfte wollen am 5. Juni Gesundheitsminister Jens Spahn den "Olympischen Brief" bei der Gesundheitsministerkonferenz in Leipzig überreichen. Bei der bundesweiten Unterschriftenaktion für mehr Pflegepersonal kam ein über 400 Meter langer Brief zusammen. Im Saarland war der Olympische Brief nicht. Und das habe Gründe, sagt Michael Quetting, Pflegebeauftragter von Verdi Saar im SR-Interview.

Zwar habe man an dem Text des "Olympischen Briefes" auch im Saarland mitgearbeitet, sagt der Pflegebeauftragte Quetting. Bei dieser Unterschriftenaktion habe man sich allerdings im Saarland nicht beteiligt, da man hier schon weiter sei und von Gewerkschaftsseite diese Form der Mobilisierung nicht mehr brauche, so Quetting.

So habe man schon zuvor an verschiedenen Unterschriftenaktionen teilgenommen und alle 21 Krankenhäuser zu Tarifverhandlungen aufgefordert, sagt Quetting. Dennoch sei der Olympische Brief ein wichtiges Signal an die Bundesregierung - besonders, weil er von Krankenhaus zu Krankenhaus weitergeleitet wurde.

"Nicht nur eine Demonstration der Pflegekräfte"

Über den Olympischen Brief fordere man mehr Personal für alle Beschäftigten im Gesundheitssektor, betont Quetting. Im Kern brauche es eine gesetzliche Personalbemessung für Krankenhäuser und Altenpflegeheim und eine Aktualisierung der Pflegepersonalregelung - also in allen Bereichen mehr Personal pro Patient, so der Pflegebeauftragte.

"Wir müssen aufhören mit der Outsourcerei!"

Zudem sei es wichtig, das Auslagern von Leistungen in der Pflege zu stoppen, um eine ganzheitliche Behandlung von Patienten zu gewährleisten und Tarifflucht zu vermeiden, sagte Quetting.

Ein Thema in der "Region am Mittag" vom 05.06.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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