Wolfgang Kubicki (Foto: dpa)

"Zunächst muss die Staatsanwaltschaft zuschlagen"

Interview mit Wolfgang Kubicki (FDP) zur Missbrauchsstudie der katholischen Kirche

Michael Friemel   25.09.2018 | 07:25 Uhr

Nachdem schon einzelne Zahlen durchgesickert waren, stellt die Kirche am 25. September offiziell ihre Missbrauchsstudie vor. FDP-Vizepräsident Wolfgang Kubicki sieht im SR 3-Interview den Umgang der katholischen Kirche mit den Missbrauchsfällen kritisch.

"Zunächst muss die Staatsanwaltschaft zuschlagen"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel / Wolgang Kubicki, 25.09.2018, Länge: 03:14 Min.]
"Zunächst muss die Staatsanwaltschaft zuschlagen"

3677 Missbrauchsopfer soll es zwischen 1946 und 2014 in der katholischen Kirche gegeben haben. Das hat eine eigens von der katholischen Kirche in Auftrag gegebene Studie ergeben. Dabei wurden die Fälle kirchenintern behandelt und nicht zur Anzeige gebracht. Viele Taten sind bereits verjährt.

Im SR 3-Interview fordert der Jurist und FDP-Vizepräsident Wolfgang Kubicki eine volle Offenlegung aller Akten seitens der katholischen Kirche und strafrechtliche Verfolgung aller nicht verjährten Taten. Für den Fall, dass dies nicht geschehe, müsse man über einen Untersuchungsausschuss nachdenken, so Kubicki.


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Ein Thema den Sendungen "Guten Morgen" und "Region am Mittag" vom 25.09.2018 auf SR 3 Saarlandwelle.

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