Gerhard Müllenbach (Foto: WEISSER RING Saarland)

"Das einzelne Opfer ist nicht maßgebend"

Interview mit Gerhard Müllenbach, Landesvorsitzender Weißer Ring

  19.03.2019 | 12:15 Uhr

Recht und Gerechtigkeit werden nicht immer als die gleiche Seite einer Medaille wahrgenommen. Am Amtsgericht in Lebach wurde am 18. März ein Mann wegen Körperverletzung und rechtsextremer Sprüche verurteilt. Das Opfer, Nebenkläger im Prozess, fühlt sich nach dem Vorfall von den Behörden nicht ernstgenommen – daran hat auch der Tag vor Gericht offenbar nichts geändert.

Ein Mann wird auf einem Fastnachtsumzug angegriffen, ihm wird die Nase gebrochen und der Täter zeigt auch noch den verbotenen Hitlergruß. Doch das Opfer fühlt sich von Polizei und Justiz nicht ernst genommen. So wurde ihm beispielsweise verweigert, Einsicht in die Akten zum Prozess zu nehmen. Und auch vor Gericht hat die Sicht des Opfers letztlich keine Rolle gespielt.

Die Vertretung der Opferinteressen sei nicht Sinn und Zweck eines Ermittlungs- oder Strafverfahrens, sagt Gerhard Müllenbach, Landesvorsitzender Weißer Ring. Aber es gebe auch Opferrechte. Betroffene sollten sich dahingehend auf jeden Fall rechtlich beraten lassen.


Hintergrund


Gresaubach
Geldstrafe für Körperverletzung und Hitlergruß
Recht und Gerechtigkeit werden nicht immer als die gleiche Seite einer Medaille wahrgenommen. Am Amtsgericht in Lebach wurde am 18. März ein Mann wegen Körperverletzung und rechtsextremer Sprüche verurteilt. Das Opfer, Nebenkläger im Prozess, fühlt sich seit dem Vorfall von den Behörden nicht ernstgenommen und daran hat auch der Tag vor Gericht offenbar nichts geändert.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 19.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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