Ein Luftfilter in einer Schule im Hintergrund Sitzen Personen mit Maske (Foto: picture alliance/dpa | Arne Dedert)

Wadgassen plädiert für Änderung der Förderrichtlinien

Interview: Simin Sadeghi   07.01.2022 | 16:15 Uhr

2,5 Millionen Euro hat die saarländische Landesregierung für mobile Luftfiltergeräte in Kitas und Grundschulen ausgegeben. Die Gemeinden haben jeweils einen Teil dazugeschossen. Dabei ist die Wirksamkeit der Luftfiltergeräte im Kampf gegen die Corona Pandemie nicht ganz unumstritten. Die Gemeinde Wadgassen hält die Geräte für zu wirkungsarm und hätte gerne, dass die Förderrichtlinien für die Gelder deshalb geändert werden.

Bevor Geld für die Anschaffung von Luftfiltergeräten in Kitas und Schulen ausgegeben wird, wollte die Gemeinde Wadgassen erst noch mal überprüfen lassen, wie wirkungsvoll die Geräte sind.

Bürgermeister Greiben: "Das Lüften ist das A und O"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi / Sebastian Greiber, 07.01.2022, Länge: 06:53 Min.]
Bürgermeister Greiben: "Das Lüften ist das A und O"

Zusammen mit einem Labor seien Untersuchungen durchgeführt worden, wie sich Lüftung und Nicht-Lüftung auf die Luftqualität und die Belastung auswirke, so der Wadgasser Bürgermeister Sebastian Greiber. Zudem habe es im Landkreis Saarlouis eine Expertenanhörung gegeben - unter anderem mit den beiden Virologen Frau Dr. Gärtner und Herr Dr. Rissland. Das Ergebnis: Die Luftfilteranlagen bringen mit Blick auf Corona "den Kindern in den Kitas und Schulen kaum etwas", so der Wadgasser Bürgermeister.

"Das Lüften ist das A und O"

Die weit verbreitete Vorstellung, dass man mit den Luftfilteranlangen sich besonders jetzt in der kalten Jahreszeit das Lüften sparen könne, sei falsch, sagt Greiber. "Gerade das wäre fatal, weil alle Experten sagen: Das Lüften ist das A und O, um für die Kinder in den Kitas und Schulen die maximale Sicherheit zu gewährleisten - im Zweifel auch in Verbindung mit Masken."

Greiber bittet um Änderung der Förderrichtlinien

Bürgermeister Greiber hat sich jetzt mit einem offenen Brief an Innenminister Bouillon gewandt. Er möchte, dass das Geld, das für die Lüftungsgeräte zur Verfügung steht und dafür zweckgebunden ist, auch anders eingesetzt werden kann. Es widerstrebe ihm, "Geld einfach sinnlos für Geräte auszugeben, obwohl sich die Wissenschaft einig ist, dass sie keinen Effekt haben."

Seine Bitte an den Innenminister lautet deshalb, die Förderbedingungen dahingegehend zu ändern, "dass wir andere Maßnahmen an den Kitas und den Schulen damit mitfinanzieren können, die ein Betrieb in dieser Pandemie besser möglich machen." Das könnten beispielsweise Umbaumaßnahmen sein, um die Lüftungssituation durch die Fenster zu verbessern oder die Umgestaltung der Aufenthaltsbereiche der Kinder, um mehr Abstand zu ermöglichen.

Innenminister Klaus Bouillon sei ein sehr pragmatischer Innenminister, sagt Greiber. Deshalb hoffe er auch, dass er die Zustimmung bekomme, das Geld für andere Corona-Schutzmaßnahmen an den Kitas und Schulen einsetzen zu können.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 07.01.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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